Chilischote des Grauens: Ganz schön scharf ist untertrieben
Aktualisiert

Chilischote des GrauensGanz schön scharf ist untertrieben

1,2 Millionen Scoville. Wer die Skala kennt, ist schwer beeindruckt. Alle anderen seien gewarnt: Die Chilischote Trinidad Moruga Scorpion ist so scharf, dass die Pflücker mehrere Handschuhe verbrauchen.

von
kmo
Klein, aber fies: Die Trinidad Moruga Scorpion

Klein, aber fies: Die Trinidad Moruga Scorpion

Sie ist knallrot, hat etwa die Grösse eines Golfballs und ist sehr schmackhaft. Doch ihr Name verheisst noch etwas anderes: Die Trinidad Moruga Scorpion ist gefährlich. Laut neusten Erkenntnissen ist sie die schärfste Pfefferschote der Welt.

Die bisher im Guinness-Buch der Rekorde vermerkte schärfste Chilischote Bhut Jolokaia erreicht eine Schärfe von einer Million Scoville. Doch sie muss ihren Titel wohl abgeben. Denn die Trinidad Moruga Scorpion schafft es auf 1,2 Millionen, manche Exemplare der Pflanze gar auf 2 Millionen.

Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Chilischoten-Instituts an der New Mexico State University. Sie haben Anfrage von Saucen-Herstellern und Züchtern die schärfsten Chilischoten untersucht.

Je mehr Stress, desto schärfer

Dazu haben die Forscher je 125 Pflanzen der Sorten Trinidad Moruga Scorpioon, Trinidad Scorpion, 7 Pot, Chocolate 7 Pot und dem bisherigen Rekordhalter Bhut Jolokaia unter unterschiedlichen Bedingungen gezogen. Denn Chilischoten ein- und derselben Sorte können im Schärfegrad stark variieren, je nach Standort und Pflege. Einfach gesagt: Je mehr Stress eine Pflanze hat, desto schärfer werden ihre Schoten.

Die reifen Früchte haben die Wissenschaftler nach Zufallsprinzip geerntet. Dabei verbrauchten die Mitarbeiter mehrere Latex-Handschuhe. Denn die in den Schoten enthaltenen Capsaicine – das ist das Alkaloid, welches die Schärfeempfindung auslöst – waren so aggressiv, dass sie immer wieder durch die Handschuhe drangen. Als Letztes mussten die Früchte noch getrocknet und schliesslich untersucht werden.

Chili-Züchter gehen nun davon aus, dass es einen regelrechten Run auf die Trinidad Moruga Scorpion gibt. Das Schöne an der Sorte sei, dass sie nicht nur unglaublich scharf, sondern auch sehr schmackhaft sei. In geringen Mengen also die perfekte Zutat für Chili-Saucen.

Wie ein kurzer Drogenrausch

Doch was macht eigentlich den Reiz von scharfen Speisen aus? Die Wissenschafter an der New Mexico State University vergleichen den Effekt mit einem kurzen, aber heftigen Drogenrausch: Der Blutfluss steigt an, man beginnt zu schwitzen und aus Augen und Nase läuft Wasser. Gleichzeitig werden Endorphine ausgeschüttet und ein Hitzegefühl verbreitet sich über die Zunge und die Kehle aus.

Die Forscher selbst haben sich nicht getraut, in eine Trinidad Moruga Scorpion reinzubeissen. Doch der Chilischoten-Experte Paul Bosland hats getan. Er beschreibt die Erfahrung laut «CBS News» folgendermassen: «Erst scheint es gar nicht so schlimm zu sein. Doch dann wirds schärfer. Und schärfer. Und schärfer. Es ist ziemlich fies.»

Bosland ist nicht der Einzige, der diese Qualen auf sich genommen hat. Das Internet ist voll von Schärfe-Fans, die vor laufender Kamera ihren Mut beweisen – wie etwa «Firehead» in untenstehendem Video. Wir wollen an dieser Stelle dringend vor unbedarfter Experimentierlust abraten.

Quelle: Youtube/ILoveItSpicy

Deine Meinung