Gestellte Unfälle: Garagist ergaunerte 300'000 Franken Versicherungsgeld

Aktualisiert

Gestellte UnfälleGaragist ergaunerte 300'000 Franken Versicherungsgeld

12 Unfälle hat ein Autohändler aus dem Kanton Glarus mit seinem Komplizen gestellt. Das Gericht verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren.

von
Attila Szenogrady
Der Glarner Garagist hat mit seinem Komplizen rund 12 Autounfälle gestellt. Dabei trug er jeweils einen Schutzhelm.

Der Glarner Garagist hat mit seinem Komplizen rund 12 Autounfälle gestellt. Dabei trug er jeweils einen Schutzhelm.

Es war Ende 2008, als es dem beschuldigten Autohändler aus dem Kanton Glarus finanziell schlecht ging. Im Januar 2009 kam er zusammen mit einem Komplizen auf die Idee, mit einem gestellten Autounfall Versicherungsgelder zu kassieren. Der zuerst im Kanton Tessin ausgeführte Plan ging tatsächlich auf. Nach der absichtlichen Kollision mit zwei Fahrzeugen kassierte der 36-jährige Glarner Versicherungsgelder für rund 30'000 Franken ein.

Zwölf gestellte Unfälle in der ganzen Schweiz

Der gelungene Betrug machte Appetit auf mehr. Die Anklageschrift schilderte, wie der Garagist bis zum Sommer 2010 mit verschiedenen Mittätern weitere elf Unfälle organisierte. Darunter in Zürich, Urdorf, Oberurnen und Reichenburg. In der letzten Deliktphase verlegte der Beschuldigte sein Revier nach Elgg, Wenzikon und in den Kanton Thurgau.

Um sich nicht zu verletzen, zog der Beschuldigte bei den gewollten Crashs wiederholt einen Schutzhelm an. Kein Wunder, so sollten die Fahrzeuge möglichst stark beschädigt werden. Danach schröpfte er verschiedene Versicherungen.

Im September 2010 flog der Angeklagte dank eines misstrauischen Versicherungsbeamten auf und verschwand für 52 Tage in Untersuchungshaft. Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der Beschuldigte innerhalb von 18 Monaten rund 300'000 Franken ertrogen hatte.

Teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren

Am Mittwoch kam es im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens zu einem kurzen Prozess. So wurde der umfassend geständige Beschuldigte wegen gewerbsmässigen Betrugs, falscher Anschuldigung und Vergehens gegen das Waffengesetz – er besass ein verbotenes Elektro-Schockgerät – antragsgemäss zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. Zehn Monate davon unbedingt. Der heute 36-jährige Vater führte vor Gericht aus, dass er heute eine feste Arbeitsstelle in Aussicht habe und nicht mehr selbständig sei. Er wolle seine Strafe in Halbgefangenschaft absitzen. Der Gerichtsvorsitzende Sebastian Aeppli sprach während der Urteilseröffnung von einem erheblichen Verschulden. So habe der Betrüger mit seinem planmässigen Vorgehen eine grosse kriminelle Energie und Unverfrorenheit an den Tag gelegt.

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