Höri ZH: Garagist steht wegen Katze im Auto vor Gericht
Aktualisiert

Höri ZHGaragist steht wegen Katze im Auto vor Gericht

Wer Tiere im Auto nicht wegsperrt oder anbindet, riskiert eine saftige Busse. Ein Katzennarr wehrt sich deswegen heute gar vor Gericht.

von
Roman Hodel

Lili ist eine feine Katze. «Sie gehorcht wie ein Hund», sagt Garagist Guido Mürner (48) aus Höri. Und sie fährt gern Auto – am liebsten ungesichert auf der Rückbank. Manchmal steigt Lili auch beim Fenster hoch. Das hat neulich auf der A1 im Aargau ein Polizist beobachtet. Mürner kassierte daraufhin eine Busse von 390 Franken inklusive Schreibgebühr – wegen «Nichtsicherung der Ladung».

Er ärgert sich: «Eine Katze ist doch keine Sache, sondern ein Lebewesen, also wäre eine Busse von 60 Franken wegen Nichtangurtens angebracht.» Er erhob deshalb Einspruch gegen den Strafbefehl und muss sich heute vor dem Bezirksrichter in Zofingen AG verantworten. Mürner ist kein Einzelfall: Viele transportieren ihren Fido ohne Spezialgurt auf dem Beifahrersitz. Oder sie stecken Miezi in eine Box, fixieren diese aber nicht mit Spanngurten. Dabei muss eine Ladung laut Strassenverkehrsrecht so befördert werden, dass niemand gestört, belästigt oder gefährdet wird.

«Das gilt für Sachen und Tiere», sagt der Zürcher Tieranwalt Gieri Bolliger. Denn gerade Katzen seien unberechenbar. «Menschen müssen sich ja auch angurten.» Die Busse halte er zwar schon für «recht hoch», aber die Vorschriften seien nicht zuletzt zum Schutz der Tiere.

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