Stanser Entwicklung: Gardisten bekommen Helme aus 3D-Drucker

Aktualisiert

Stanser EntwicklungGardisten bekommen Helme aus 3D-Drucker

Die Schweizergarde in Rom bekommt neue Helme aus dem 3D-Drucker. Dabei setzt sie auf einheimische Produktion. Noch werden Sponsoren gesucht.

von
Tunya Koch

An der AMX Expo wird der Helm aus dem 3D-Drucker gezeigt (Video: tk/sw)

Die AMX Expo ist die einzige Messe, die sich nur mit 3D-Druck beschäftigt und die am Dienstag und Mittwoch in Luzern stattfindet. Ein Highlight der Ausstellung ist der Prototyp eines neuen Helms für die Schweizergarde im Vatikan, der unter der Leitung von Marcus Risi, Geschäftsführer der Stanser Firma 3D-Prototyp, entwickelt wurde.

Die aktuellen Helme bestehen aus Blech und wurden stehts handgefertigt. Weil die schwarzen Helme, ihre besten Jahre hinter sich haben, beschloss man neue zu produzieren und dafür die Technolgie von 3D-Druck zu nutzen.

Massiv kürzere Herstellungsdauer

Vergangenen Sommer wurde die Firma 3D-Prototyp bezüglich der Produktion eines neues Helmes angefragt. Risi: «Ich habe grosse Freude, es geht hier primär nicht ums Geld, sondern darum, so ein spannendes Projekt als Zentralschweizer für Rom umzusetzen.» Initiiert hatte das Projekt der Bauingenieur Peter Portmann. Der Stanser stellte den Kontakt zwischen dem Vatikan und der 3D-Druckfirma her.

Das alles gibts an der Messe zu sehen. (Video: Keystone)

Das alles gibts an der 3D-Druckmesse zu sehen

Die Schweizergarde in Rom bekommt neue Helme aus dem 3D-Drucker. Dabei setzt sie auf einheimische Produktion. Noch werden Sponsoren gesucht.

Die neue Kopfbedeckung wird aus sogenanntem ASA bestehen. Das kratzfeste und UV-resistente Material wird im Vergleich zum Vorläufer viel leichter sein und trägt auch sonst zum Komfort der Gardisten bei: «Blech kann schon sehr heiss werden», sagt Risi. Zudem verkürzt sich die Herstellungsdauer um dutzende Stunden auf rund 20 Stunden.

Für die Herstellung wurde zunächst der Standardhelm mit einem 3D-Scanner eingelesen. Danach wurden die aufgenommenen Daten von einem 3D-Artist aufbereitet und ein 3D-Prototyp hergestellt. «Anfangs arbeiteten wir mit zwei Halbschalen, mittlerweile ist das Ziel, den Helm in einem Stück auszudrucken», erzählt Risi. Bezüglich Design wird sich nicht viel ändern, nach Begutachtung des ersten Prototyps kam der Wunsch aus Rom, noch das Wappen von Papst Julius II auf den Helm zu drucken.

Interessenten können sich in Helmen verewigen lassen

Geplant ist es, die ersten Helme an der Vereidigung der neuen Gardisten im Mai zu präsentieren, wo Luzern als Gastkanton anwesend sein wird. Schlussendlich werden aber 100 Stück für die Schweizergarde gedruckt.

Für die Finanzierung der Helme sucht das Unternehmen nach Sponsoren, Privatpersonen etwa, aber auch Firmen oder andere Institutionen. Wer einen Helm sponsert, darf sich mit seinem Namen als Inschrift im Helm verewigen lassen. Laut Risi soll sich der Preis dafür zwischen 800 und 1000 Franken bewegen.

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