27.07.2020 09:05

«Uhr ist unbrauchbar»

Garmin-Hack ärgert Millionen Nutzer

Seit Tagen können Nutzer von Garmin-Sportuhren ihre Daten nicht mehr synchronisieren. Schuld ist ein Cyberangriff. Nicht nur Sportler, auch Piloten sind betroffen. Der Hersteller hat Server und zeitweise gar Fabriken abgestellt.

von
Tobias Bolzern
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Juli 2020: Der GPS-Geräte- und Fitnesstracker-Hersteller Garmin wurde von einem Cyberangriff lahmgelegt. Mehrere Server und Dienste des Unternehmens waren offline. Darunter offenbar auch Teile der Fabriken und das Callcenters. Ursache war laut Medienberichten sogenannte Ransomware.

Juli 2020: Der GPS-Geräte- und Fitnesstracker-Hersteller Garmin wurde von einem Cyberangriff lahmgelegt. Mehrere Server und Dienste des Unternehmens waren offline. Darunter offenbar auch Teile der Fabriken und das Callcenters. Ursache war laut Medienberichten sogenannte Ransomware.

Adam Berry/Getty Images
Die Ransomware, die laut Bleepingcomputer.com zum Einsatz kam, heisst Wastedlocker. Ransomware verschlüsselt alle Dateien auf einem System und fordert von den Opfern dann ein Lösegeld. Hinter Wastedlocker soll die russiche Hackerbande Evil Corp stecken.

Die Ransomware, die laut Bleepingcomputer.com zum Einsatz kam, heisst Wastedlocker. Ransomware verschlüsselt alle Dateien auf einem System und fordert von den Opfern dann ein Lösegeld. Hinter Wastedlocker soll die russiche Hackerbande Evil Corp stecken.

REUTERS
Garmin hat den Vorfall bisher weder bestätigt noch dementiert. Laut Garmin sind keine Nutzerdaten von dem «Systemausfall» betroffen. Einige Dienste und Server sind seit Montag, 27. Juli teilweise wieder verfügbar. In den nachfolgenden Bildern zeigen wir auf, welche Cyberangriffe in der Vergangenheit Schäden anrichteten.

Garmin hat den Vorfall bisher weder bestätigt noch dementiert. Laut Garmin sind keine Nutzerdaten von dem «Systemausfall» betroffen. Einige Dienste und Server sind seit Montag, 27. Juli teilweise wieder verfügbar. In den nachfolgenden Bildern zeigen wir auf, welche Cyberangriffe in der Vergangenheit Schäden anrichteten.

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Darum gehts

  • Hacker haben offenbar den Hersteller Garmin angegriffen.
  • Diverse Dienste, Server und auch Callcenter sind offline.
  • Nutzer ärgern sich, dass ihre Sportuhr «unbrauchbar» ist.
  • Garmin hat den Cyberangriff bisher nicht offiziell bestätigt.
  • Man arbeite aber daran, den «Systemausfall» zu beheben.

Was ist passiert?

Garmin, Hersteller von GPS-Geräten und Sportuhren, mit Sitz in Schaffhausen, hat seit letztem Mittwoch mit massiven Problemen zu kämpfen. Mehrere Dienste des schweizerisch-amerikanischen Unternehmens sind seit Tagen offline, die Synchronisation von Nutzerdaten funktioniert nicht und die Firmen-Website, das Callcenter und offenbar auch Teile der Fabriken mussten abgestellt werden. Laut dem Tech-Newsportal Zdnet.com ist ein Cyberangriff mit sogenannter Ransomware für diese Ausfälle verantwortlich.

Was ist Ransomware?

Wie Bleepingcomputer.com berichtet, ist die Ransomware Namens Wastedlocker für das Tohuwabohu bei Garmin verantwortlich. Ransomware verschlüsselt Dateien und fordert dann ein Lösegeld von den Opfern. Hinter Wastedlocker soll die russische Hackergruppe Evil Corp stecken. Die Hacker aus Russland sollen von Bankkonten ihrer Opfer über 100 Millionen Dollar erbeutet haben. Die Gruppe ist laut dem FBI seit mehr als zehn Jahren aktiv. Die britische National Crime Agency bezeichnet sie als «gefährlichste Cyberkriminelle der Welt».

Wer ist betroffen?

Millionen Nutzer von Garmin-Fitnesstrackern können ihre Aktivitätsdaten zurzeit nicht synchronisieren, da die Plattform Garmin Connect nur eingeschränkt funktioniert. Auch andere Funktionen und Plattformen von Garmin sind betroffen, wie eine Status-Website zeigt. Auch Piloten sind von dem Hack betroffen. Sie können laut Zdnet.com keine aktuelle Datenbankversion für die Flugzeugnavigationssysteme herunterladen.

Wurden Daten geklaut?

Wie der Hersteller weiter schreibt, gebe es keine Hinweise darauf, dass Daten – darunter Fitness- oder Zahlungsdaten von Nutzern – betroffen sind. Daten, die zurzeit mit Fitnesstrackern erfasst werden, sind derzeit lokal gespeichert. Sie werden laut dem Hersteller zu einem späteren Zeitpunkt synchronisiert.

Wie reagieren Nutzer?

Viele Nutzer reagieren verärgert auf die Ausfälle. Sie beklagen sich deshalb via Twitter darüber, dass ihre Uhr jetzt wertlos sei:

Nutzer kritisieren auch die Art, wie das Unternehmen kommuniziert:

Andere nehmen es mit Humor:

Und für wieder andere gibt es ein Sturm im Wasserglas:

Wie reagiert Garmin?

Garmin hat den Cyberangriff bisher weder bestätigt noch dementiert. Man spricht nur von einem Ausfall. Via Twitter entschuldigte sich das Unternehmen für die Unannehmlichkeiten, die der Ausfall verursacht. Man arbeite durchgehend daran, Systeme und Funktionlität der Dienste wiederherzustellen. Einige Dienste und Server sind seit Montag, 27. Juli teilweise wieder verfügbar.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks dafür, mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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26 Kommentare
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G. No

28.07.2020, 08:47

Seitens Garmin gibt es keine Meödung über einen Hackerangriff aber unsere Medien sind sich schon wieder sicher, dass es russische Hacker waren? Die Welt ist doch so einfach!

huschmie

27.07.2020, 13:05

Habe soeben versucht meine Garmin Uhr zu synchronisieren. Es erscheint die Meldung, dass sie momentan Wartungsarbeiten machen und sie entschuldigen sich noch dafür. Ich kanns locker verkraften. Ist wirklich ein Luxusproblemchen.

Nick

27.07.2020, 12:47

Hoffentlich liest das hier auch jeder Teslafahrer!