Toggenburg : Gartenbesitzer bedroht Kühe mit Revolver

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Toggenburg Gartenbesitzer bedroht Kühe mit Revolver

Ein Mann fühlte sich gestört, weil eine Kuhherde seine Pflanzen frass. Da er die Tiere und den Bauern mit einem Revolver bedrohte, ist er nun verurteilt worden.

von
duf
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Der Bauer führte seine Kuhherde im Sommer 2014 jeweils auf die Weide, wobei er an der Liegenschaft eines Hauseigentümers vorbeiging (Archivbild).

Der Bauer führte seine Kuhherde im Sommer 2014 jeweils auf die Weide, wobei er an der Liegenschaft eines Hauseigentümers vorbeiging (Archivbild).

Keystone/Arno Balzarini
Die Kühe frassen und zertrampelten jeweils die Pflanzen des Anwohners (Archivbild).

Die Kühe frassen und zertrampelten jeweils die Pflanzen des Anwohners (Archivbild).

Keystone/Sigi Tischler
Als die Tiere erneut an seinen Sträuchern knabberten, bedrohte der Hauseigentümer Bauer und Kühe mit seinem geladenen Revolver. Dabei zielte er mehrere Male auf die Herde und drohte, auf sie zu schiessen (Archivbild).

Als die Tiere erneut an seinen Sträuchern knabberten, bedrohte der Hauseigentümer Bauer und Kühe mit seinem geladenen Revolver. Dabei zielte er mehrere Male auf die Herde und drohte, auf sie zu schiessen (Archivbild).

AP/Rogelio V. Solis

Eigentlich eine alltägliche Situation: Im Sommer 2014 führt ein Bauer seine Kuhherde zum Grasen auf die Weide. Dabei führt sein Weg jeweils an einer Liegenschaft vorbei. Dessen Eigentümer störte sich aber daran, dass die Kühe die Pflanzen seines Grundstücks zertrampelten und anknabberten.

Offenbar war der Zorn so gross, dass der Anwohner am 17. Juni 2014 seinen Revolver zückte und den Landwirt und dessen Kühen bedrohte. Wie die Zeitung berichtet, zielte er mehrmals auf die Tiere und drohte, auf diese zu schiessen, weil sie sich abermals an seinem Garten zu schaffen machten. Der Bauer alarmierte darauf die Polizei.

Unangebrachtes Verhalten

Die Aktion kam den Hauseigentümer nun teuer zu stehen. Das Kreisgericht Toggenburg verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von insgesamt 14'000 Franken. Er habe sich der Drohung schuldig gemacht und gegen das Waffengesetz verstossen.

Der Beschuldigte sah sich im Unrecht und zog seine Beschwerde bis vor Bundesgericht. Dort blitzte er aber ebenfalls ab. Die Begründung im Urteil: Einerseits war die Drohung mit Erschiessen als Abwehr zum Schutz des Eigentums unangemessen. Angebrachter wäre es laut den Richtern gewesen, die Tiere durch Lärm vom Grundstück zu vertreiben.

Helfen statt drohen

«Die Kuh verstand die Drohung mit einer Waffe, im Gegensatz zum Einsatz von Lärm, zweifellos nicht und liess sich daher dadurch nicht vom Betreten des beschwerdeführerischen Eigentums abhalten», so das Bundesgericht.

Naheliegender wäre es laut Gericht auch gewesen, dem Bauern zu helfen, die Kuhherde am betroffenen Grundstück vorbeizuführen. Die Gerichtskosten von 4000 Franken muss der Anwohner ebenfalls berappen.

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