Aktualisiert 30.06.2016 08:16

Baugesetz

Gartenhäuschen ohne Baubewilligung? Jein

Der Zürcher Regierungsrat hat entschieden, dass ab dem 1. Juli Gartenhäuschen auch ohne Bewilligung aufgestellt werden dürfen. Einschränkungen gibt es trotzdem.

von
rad
Gartenhäuschen können ab 1. Juli 2016 ohne Bewilligung aufgestellt werden. Eine der Bedingungen: Sie dürfen eine Gesamthöhe von 2,5 Metern und eine Bodenfläche von maximal 6 Quadratmetern nicht überschreiten.

Gartenhäuschen können ab 1. Juli 2016 ohne Bewilligung aufgestellt werden. Eine der Bedingungen: Sie dürfen eine Gesamthöhe von 2,5 Metern und eine Bodenfläche von maximal 6 Quadratmetern nicht überschreiten.

Kein Anbieter/hornbach.ch

Wer als Grundeigentümer ein Gartenhäuschen oder einen Geräteschuppen aufstellen wollte, der kam nicht darum herum, eine Baubewilligung beim zuständigen Amt einzuholen. Bereits 2007 hatte Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) mit einem Postulat gefordert, das zu ändern. Nun wird das Ganze in die Tat umgesetzt.

Ab Freitag, 1. Juli, dürfen sich Heimwerker und Hobbygärtner freuen. Einzige Bedingung: Die bewilligungsfreien Bauten dürfen eine Gesamthöhe von 2,5 Metern und eine Bodenfläche von maximal 6 Quadratmetern nicht überschreiten. Laut Behörden dürfte sich dies in der Praxis insbesondere auf Gartenhäuser, Schöpfe oder Spielgeräte beziehen, so der «Zürcher Unterländer».

Ausnahmen bestätigen die Regel

Doch ganz uneingeschränkt dürfen Gartenhäuschen nicht aufgestellt werden. Grundstücke in einer Kernzone, im Geltungsbereich einer anderen Schutzanordnung oder eines Ortsbild- oder Denkmalschutzinventars oder im Bereich von Baulinien sind von der Gesetzesneuerung explizit ausgenommen.

Von der Änderung ebenfalls nicht betroffen ist die Bau- und Zonenordnung (BZO). Darin ist unter anderem der Grenzabstand geregelt. «Diese kommunalen Regelungen bleiben ebenfalls gültig», sagt Manuel Anrig, Leiter Hochbau und Energie der Stadt Bülach, zum «Zürcher Unterländer». So gelte etwa in Bülach, dass «Kleingebäude», zu denen auch Gartenhäuschen zählen, mindestens 1,75 Meter Abstand zur Grundstücksgrenze haben müssen. Weiter sei in diesem Fall auch eine Zustimmung der Nachbarn notwendig.

«Den Grundgedanken der Änderung finde ich positiv», so Anrig: «Aber es wird wohl eine Weile dauern, bis für die unterschiedlichsten Einzelfälle Gerichtsentscheide vorliegen, die dann eine praktikable Auslegung der Gesetzgebung vorgeben.» Die Behörden empfehlen jedoch, sich vor dem Kauf und der Aufstellung eines Gartenhäuschens bei dem zuständigen Bauamt zu informieren.

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