Aktualisiert 11.05.2017 03:59

Beinahe-KatastropheGas im Auto – Bundesamt schaltet sich ein

Wegen einer undichten CO2-Gasflasche wurden vier Personen im Auto bewusstlos. Nun will auch das BAV mehr über den Vorfall wissen.

von
Daniela Gigor

Das Überwachungsvideo aus dem Sonnenbergtunnel. (Video: Luzerner Polizei/dag/nk)

Mehrere Schutzengel hatte eine vierköpfige Familie aus dem Kanton Obwalden, als sie am 29. April im Auto eine undichte CO2-Gasflasche im Auto transportierte und im Sonnenbergtunnel in Kriens alle vier Personen bewusstlos wurden. Nur dank fünf Helfern überlebte die Familie. Wie Polizeisprecher Kurt Graf damals sagte, bestand für die Bewusstlosen gemäss Auskunft eines rechtsmedizinischen Rechtsexperten grosse Erstickungsgefahr.

Kein ähnlicher Fall bekannt

Über die Gründe, warum die CO2-Gasflasche fürs Aquarium undicht war, ist noch nichts bekannt. Neu ist, dass sich nun auch das Bundesamt für Verkehr (BAV) für die Ursache interessiert. Dieses ist seit dem 1. Januar 2013 auch zuständig für Gefahrengut im Verkehr. Ähnliche Fälle wie im Sonnenbergtunnel dürften selten vorkommen: «In dieser Zeit ist mir kein ähnlicher Fall bekannt», sagt BAV-Sprecher Gregor Saladin.

Folgen für den künftigen Transport vorstellbar

Zuerst müsse nun die Ursache abgeklärt werden, erst dann könnten weitere Schlussfolgerungen gezogen werden. «Weltweit dürften Millionen von Gasflaschen im Umlauf sein. Die Hersteller müssen sie nach einer Norm produzieren und von einer unabhängigen Stelle überprüfen lassen», sagt Saladin. Dies wird nun untersucht: «Das Bundesamt für Verkehr schaut darauf, ob die Hersteller und die unabhängige Stelle korrekt gearbeitet haben», sagt Saladin weiter. Falls an der Flasche etwas nicht in Ordnung gewesen sein sollte und dies tatsächlich ein funktionaler Fehler oder ein Fehler in der Herstellung gewesen sein sollte, dann müssten allenfalls die entsprechenden Normen auf internationaler Ebene angepasst werden.

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