Gas im Zivilschutzkeller: Neun Männer vergiftet
Aktualisiert

Gas im Zivilschutzkeller: Neun Männer vergiftet

Riesiges Glück hatten neun Männer, die in einer Zivilschutzanlage schliefen: Nur weil einer aufs WC musste, sind sie nicht erstickt. Jetzt ermittelt die Polizei.

Der Schock sitzt Otto Felber tief in den Knochen. Er ist einer der neun Männer, die in der Zivilschutzanlage Höchstetten bei Koppigen beinahe erstickt sind. «Wir hatten riesiges Glück», sagt er. Kurz vor 5.30 Uhr am Samstagmorgen erwachte einer der Männer, weil er aufs WC musste. Als er bemerkte, dass etwas nicht stimmte, schlug er Alarm. Die Luft war schon mit Kohlenmonoxyd vergiftet. Die Männer konnten gerade noch aus der Anlage fliehen. Dort seien sie sofort zusammengebrochen, erzählt ein Nachbar.

«Wir hatten zu wenig Frischluft», sagt Felber. Noch untersucht die Polizei, wie es zum Unfall kommen konnte. «Wir hätten die Ventilatoren stärker einstellen müssen», vermutet Felber. «Das haben wir nicht getan, weil wir kalt hatten.» Das Kohlenmonoxyd könnte laut Polizei von zwei Wärmestrahlern stammen, die in der Anlage liefen. Das Gas ist so gefährlich, weil es farb- und geruchlos ist, aber Menschen töten kann.

Die 24- bis 65-jährigen Männer besuchten in Höchstetten einen dreitägigen Kurs für die Wartung von Trefferanzeigen in Schiessständen. Trotz des Schocks ist Otto Felber sicher: «Ich werde wieder in Zivilschutzanlagen übernachten.»

(bar/meo)

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