Bessere Warnsysteme: Gas-Sensoren gegen Inferno

Aktualisiert

Bessere WarnsystemeGas-Sensoren gegen Inferno

Das Flammen-Inferno im Gotthardtunnel im Jahr 2001 hat elf Menschen das Leben gekostet. Solche Katastrophen will man mit modernster Technik verhindern: Ein neuer Sensor soll Brände schneller erkennen.

Simone Nägeli
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Simone Nägeli
Nach dem Inferno im Gotthardtunnel wurden die Sicherheitsstandards in Schweizer Tunnels erhöht.

Nach dem Inferno im Gotthardtunnel wurden die Sicherheitsstandards in Schweizer Tunnels erhöht.

Heutige Warnsysteme in Strassentunnels reagieren auf Rauch oder Hitze. Das heisst, sie schlagen erst dann Alarm, wenn das Feuer bereits lichterloh brennt. Um einen Tunnelbrand früher zu entdecken, müssten Sensoren auf Stoffe ansprechen, die bereits zu Beginn eines Brandes freigesetzt werden.

Die junge Schweizer Firma Xirrus hat im Auftrag des Bundesamtes für Strassen (Astra) nach einem solchen Stoff gesucht. Christian Berweger, einer der beiden Geschäftsleiter von Xirrus, ist Experte für chemische Simulationen. Das Computerprogramm, das er verwendet, errechnet beispielsweise, welche chemischen Reaktionen beim Anschmoren eines Autokabels stattfinden. So hat Berweger gut 70 verschiedene Brandszenarien analysiert. Darin wurden Hunderte verschiedener chemischer Stoffe errechnet. Aber nur vier fanden sich in allen diesen Szenarien. Auf diese will man sich nun bei der ­Entwicklung des neuen Brandsensors konzentrieren. Vorerst stehen so genannte Strömungssimulationen an, um zu prüfen, wie sich die bei Brand­beginn freigesetzten Stoffe im Tunnel verteilen. An jenen Stellen, wo sich diese konzentrieren, wäre die Platzierung der Sensoren ideal.

Heute kann es bei einem Tunnelbrand bis zu zehn Minuten dauern, bis der Alarm ausgelöst wird. «Der auf den Zielstoff empfindliche Sensor könnte die Reaktionszeit auf zwei Minuten verkürzen», schätzt der Experte. Tragödien wie der Brand im Gotthardtunnel könnten so in Zukunft verhindert werden.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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