Nord-Stream Pipelines: «Es lässt sich nicht einfangen oder bekämpfen» – Gas tritt unverändert stark aus Lecks aus

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Nord-Stream Pipelines«Es lässt sich nicht einfangen oder bekämpfen» – Gas tritt unverändert stark aus Lecks aus

Bei den defekten Nord-Stream-Leitungen ist keine Besserung in Sicht. Die Wartungsarbeiten lassen wohl noch ein bis zwei Wochen auf sich warten. Russland wehrt sich gegen jegliche Vorwürfe.

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Gemäss dem Sprecher der schwedischen Küstenwache tritt das Gas noch immer mit grossem Druck aus den Pipeline-Lecks aus.

Gemäss dem Sprecher der schwedischen Küstenwache tritt das Gas noch immer mit grossem Druck aus den Pipeline-Lecks aus.

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Zur Menge des austretenden Gases konnte er keine Angaben machen.

Zur Menge des austretenden Gases konnte er keine Angaben machen.

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Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschliesslichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet.

Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschliesslichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet.

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Darum gehts

Das Gas aus den drei Nord-Stream-Lecks tritt nach Angaben der schwedischen Küstenwache mit unveränderter Kraft aus. «Leider kann das Gas nicht eingefangen oder bekämpft werden», sagte ein Sprecher der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Zur Menge des austretenden Gases konnte er keine Angaben machen. «Wir sind aber sehr sicher, dass die bestehenden Sicherheitsmassnahmen ausreichen, damit niemand zu Schaden kommt.»

Die Lecks befinden sich teils in der dänischen, teils in der schwedischen ausschliesslichen Wirtschaftszone. Beide Länder hatten nach der Entdeckung Sicherheitszonen für die Schifffahrt errichtet. Schiffe dürfen das Gebiet um die Lecks in einem Radius von fünf Seemeilen (knapp 9,3 Kilometer) nicht passieren. «Wenn sich Schiffe aus dieser Zone heraushalten, besteht kein Risiko für die Besatzung», sagte der Sprecher.

Spezialcrew behält Lecks im Auge

Die schwedische Küstenwache sei mit einem Schiff mit einer speziell ausgebildeten Crew vor Ort und behalte die Lecks im Auge. Gerate ein Schiff oder Boot versehentlich in die Sperrzone, kann die Küstenwache diesem zu Hife kommen.

Die Inspektion der Lecks an den Ostsee-Pipelines Nord Stream 1 und 2 wird nach Angaben der dänischen Regierung voraussichtlich erst in ein bis zwei Wochen möglich sein. Der dänische Verteidigungsminister Morten Bodskov verwies am Mittwoch auf den derzeit in den Leitungen herrschenden Druck und die Menge des austretenden Gases als Hindernisse für die Inspektion.

«Explosion ist sehr gross gewesen»

Es sei realistischerweise davon auszugehen, dass es «ohne weiteres ein bis zwei Wochen dauern kann», bis sich die Lage an den Lecks soweit entspannt habe, «dass sich anschauen lässt, was tatsächlich passiert ist», sagte Bodskov am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel. Die Explosion sei «sehr gross» gewesen, «deswegen wird Zeit gebraucht, bevor wir uns dorthin begeben können».

Führende EU-Politiker gehen davon aus, dass die Pipelines für russisches Gas vorsätzlich und nicht etwa durch einen Unfall beschädigt wurden. Der EU-Aussenbeauftragte Josep Borrell warnte, «vorsätzliche Störungen» der europäischen Infrastruktur würden eine «robuste und geeinte Antwort» der EU nach sich ziehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem «Sabotageakt».

Russland nennt Anschuldigungen «dumm und absurd»

Aus den von Russland nach Deutschland führenden Pipelines tritt seit Montag an drei Stellen nahe der dänischen Insel Bornholm Gas aus. Die dänische Marine veröffentlichte Aufnahmen, auf denen eine grossflächige Blasenbildung an der Meeresoberfläche zu sehen ist.

Die Führung in Moskau nannte es am Mittwoch «dumm und absurd», Russland wegen der Pipeline-Lecks zu beschuldigen. Es sei «ziemlich vorhersehbar» gewesen, dass solche Anschuldigungen gegen Moskau kommen würden, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die ukrainische Regierung hatte die Lecks als Folge eines von Russland verübten «Terrorangriffs» bezeichnet.

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(DPA/AFP/bre)

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