Gasparovic verlässt Partei - Meciar verliert die Nerven
Aktualisiert

Gasparovic verlässt Partei - Meciar verliert die Nerven

Der künftige slowakische Staatspräsident Ivan Gasparovic hat am Montag seinen Austritt aus der von ihm gegründeten Partei «Bewegung für Demokratie» (HDZ) bekannt gegeben.

In einem Gespräch mit dem Fernsehsender TA3 sagte der 63- Jährige, er wolle «ein überparteilicher Präsident» sein. Gasparovic tritt sein Amt als Nachfolger von Rudolf Schuster Mitte Juni an.

Vor allem Vertreter der Regierungsparteien hatten die Sorge geäussert, Gasparovic könnte die umstrittenen Wirtschafts- und Sozialreformen der Regierung Mikulas Dzurinda bremsen. Der slowakische Präsident kann sein Veto gegen Gesetze einlegen. Er kann dann nur mit absoluter Parlamentsmehrheit überstimmt werden.

Gasparovic nutzte das Interview zur erneuten Kritik an der Regierung. Deren wirtschaftsliberale Reformen seien unsozial und hätten «das christliche Prinzip der Solidarität vergessen».

Dies war eine Anspielung auf die Tatsache, dass drei der vier Regierungsparteien christdemokratisch orientiert sind. Eine Abberufung der Regierung und Neuwahlen hatte er aber schon zuvor ausgeschlossen.

Inzwischen berichtete eine slowakische Tageszeitung, dass der unterlegene Präsidentschaftskandidat Vladimir Meciar am Samstagabend einen Nervenzusammenbruch erlitten habe. Aus diesem Grund sei er erst am Sonntagmittag zu einer Stellungnahme bereit gewesen, meldete die auflagenstärkste Tageszeitung «Novy Cas».

Der 61-jährige ehemalige Ministerpräsident war als klarer Favorit in die Stichwahl vom Samstag gegangen, unterlag seinem früheren Weggefährten Gasparovic dann jedoch deutlich mit 40,1 Prozent zu 59,9 Prozent der abgegebenen Stimmen.

(sda)

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