Glattbrugg ZH: Gast verprügelt – Türsteher verurteilt
Aktualisiert

Glattbrugg ZHGast verprügelt – Türsteher verurteilt

Auch wenn ein Kunde noch so betrunken ist, sollte sich ein Sicherheitsbeamter zurückalten. Dies musste am Donnerstag ein Türsteher aus Glattbrugg erfahren. Er wurde wegen Körperverletzung verurteilt.

von
Attila Szenogrady

Türsteher und Bodyguards sorgen zwar für Respekt und flössen Eindruck ein. Trotzdem sind sie nicht zu beneiden. Zu häufig müssen sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen und kommen überdurchschnittlich häufig mit dem Strafgesetz in Konflikt. Für diese Tatsache stand nun auch ein Gerichtsfall vor dem Bezirksgericht Zürich. Vor den Schranken musste sich ein heute 28-jähriger Türsteher aus Glattbrugg verantworten.

Renitenter Gast belästigte Frauen

Fest steht, dass der kräftige Türke in der Nacht auf den 30. November 2008 in Zürich-Oerlikon in einem Nachtclub im Einsatz stand. Es war bereits zwei Stunden nach Mitternacht, als ein 20-jähriger Kunde plötzlich herum pöbelte. Der betrunkene Bäcker belästigte dabei zwei Frauen, die sich über den unangenehmen Verehrer sichtlich enervierten.

Kurz darauf stellte der Angeklagte den jungen Mann auf die Strasse und beging dann den entscheidenden Fehler. Er liess sich vom Betrunkenen provozieren.

Faustschläge und Fusstritte

Laut Anklage verlor der Sicherheitsbeamte die Nerven und zog dem Geschädigten die Kapuze über den Kopf. Dann verabreichte er dem körperlich unterlegenen Opfer diverse Faustschläge gegen das Gesicht und mehrere Fusstritte gegen mehrere Körperstellen. Als der Gast seinem Vater telefonieren wollte, erhielt er vom Angeklagten einen schweren Kinnhaken. Zudem trat ein weiterer Security-Mann hinzu und prügelte ebenfalls auf ihn ein. Der Geschädigte musste später ins Spital und erstattete Strafanzeige.

Schläge bestritten

Vor Gericht stellte der Angeklagte aus Glattbrugg eine Keilerei nicht in Abrede. Allerdings machte er andere Personen für die Schläge verantwortlich. Er habe keine Gewalt eingesetzt, behauptete er.

Allerdings vergeblich. So stützte sich das Gericht nicht nur auf die Aussagen des Geschädigten, sondern auch auf die Darstellungen von weiteren Tatzeugen ab. Vor allem einer von ihnen hatte den Türsteher massiv und vor allem glaubhaft belastet.

Milde Geldstrafe

Das Gericht kam deshalb zu einem Schuldspruch, setzte aber mit einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 30 Franken eine eher milde Sanktion fest. So hatte die Staatsanwaltschaft eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 50 Franken, also 9000 Franken gefordert.

Immerhin muss der Angeschuldigte eine widerrufene Vorstrafe von 20 Tagessätzen zu 30 Franken bezahlen. Zudem kommen auf ihn die finanziellen Forderungen des Opfers von mindestens 10 000 Franken hinzu. Über die genaue Höhe soll ein Zivilgericht entscheiden.

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