McDonalds und co.: Gastro-Ketten drängen in den Bahnhof Luzern
Aktualisiert

McDonalds und co.Gastro-Ketten drängen in den Bahnhof Luzern

Mehr Take-Away statt klassische Gastro: Die SBB richten das Food-Angebot im Bahnhof Luzern neu ein. Das Interesse möglicher Anbieter ist riesig.

von
Vroni Fehlmann
Auch die Vegi-Kette «Tibits» möchte in den neuen Bahnhof einziehen.

Auch die Vegi-Kette «Tibits» möchte in den neuen Bahnhof einziehen.

Subway, Passagio Snack, McDonalds, New Point, Tibits - sie alle haben etwas gemeinsam: Sie sie sind in der Railcity von Luzern nicht präsent. Doch mit der Verlegung des Ticketschalters der SBB ins Obergeschoss und der Schliessung zweier Restaurants werden nun Flächen frei, welche die SBB auch an neue Gastrobetreiber vermieten werden.

In den frei gewordenen Räumen sollen laut SBB keine klassischen Gastrobetriebe einziehen. Neu setzt man auf die schnelle Verpflegung – die grossen Take-away-Ketten der Schweiz lecken sich schon die Finger.

«Luzern ist ein Filetstück»

So würde etwa das Unternehmen Autogrill gerne mit seinem Angebot «Passaggio Snack» nach Luzern. «Der Bahnhof Luzern ist mit den vielen Touristen ein Filetstück in der Schweiz. Wir wollen dort sein, wo viele Leute unterwegs sind, genau solche Lagen suchen wir», sagt Marketingchef Maximilian Schiedt. Mit den SBB sei Autogrill permanent in Kontakt und «am Bahnhof Luzern sind wir sehr interessiert». Es wäre der vierte Passaggio-Standort in einem Schweizer Bahnhof.

Auch Subway will kommen

«Wir würden gerne in den Luzerner Bahnhof einziehen», sagt auch Subway-Regionalleiter Julian Andreschewski. Die Sandwich-Kette betreibt 14 Filialen in der Schweiz. In Luzern ist Subway noch nicht vertreten. Nun hofft man auf einen Standplatz in der Railcity.

Auch Tibits-CEO Daniel Frei bestätigt sein Interesse. Bereits seit sechs Jahren suche man nach einem Standort in Luzern. Die international tätige Vegi-Kette brauche gut frequentierte Ganztageslagen – «das ist im Bahnhof Luzern sicher der Fall», so Frei. Gerne würde er deshalb im Bahnhof Luzern rund 200 Quadratmeter Fläche für ein Tibits-Restaurant mieten. «Wir werden auf jeden Fall mit den SBB Kontakt aufnehmen.» In der Schweiz ist Tibits bereits in vier Städten vertreten.

Auch McDonalds mit über 150 Filialen in der ganzen Schweiz schielt auf den Bahnhof Luzern: «Der Bahnhof ist für uns als Standort immer interessant. Dort gibt es eine hohe Frequenz an Menschen», sagt McDonalds-Sprecherin Aglaë Strachwitz. Ob die Fast-Food-Kette wirklich in die Luzerner Railcity einziehen will, wollte sie aber noch nicht verraten.

Kein Platz für alle

Auch die in vier Schweizer Städten vertretene Kebabkette «New Point» könne sich vorstellen, im Bahnhof eine weitere Luzerner Filiale einzurichten. Dies bestätigt Alev Tekgül, Geschäftsführerin der Filiale Winkelried. Zu diesem Schluss kommen auch Migros Take Away und Frisch-Schnellverpfleger «Schnägg», welcher seine vierte Filiale vor Kurzem im Bahnhof Zug eröffnet hat: «Wir sind bereits mit den SBB in Verhandlungen», sagt Sprecherin Inge Steiger.

Wer zum Handkuss kommt, ist noch offen. Gemäss SBB-Sprecherin Lea Meyer wird es sich bei den Neuzuzügern um «einzelne Betriebe» handeln. Einige der Interessenten werden deshalb das Nachsehen haben. «Wir werden die Flächen ausschreiben und uns dann für die besten Angebot entscheiden», so Meyer.

Pro Bahn ist verärgert

Klar ist, wer im Vorfeld raus muss: Das Bahnhofbuffet und das Au Premier im Obergeschoss des Gebäudes müssen dem Reisezentrum weichen. Im April 2014 wird das Buffet geschlossen. Der Umbau im OG soll dann im März 2015 fertig sein. Dann soll jedoch laut Meyer auch ein neues Buffet eröffnet werden. Konkrete Pläne dazu gibt es allerdings noch nicht.

Im ehemaligen Reisezentrum im Untergeschoss soll nebst neuen Shops auch eine Selbstbedienungszone mit Billett- und Geldautomaten entstehen. Um Platz zu gewinnen, sollen im Erdgeschoss auch der Sandwich-Stand entfernt und der Grillstand verlegt werden.

Bereits am Dienstag hatte sich Pro Bahn Zentralschweiz gegen die Pläne der SBB ausgesprochen. Der Weg vom Eingang über den Ticketschalter bis zu den Geleisen sei viel zu weit. Ausserdem würden die Kunden zum Konsum verführt, indem sie an den Shops vorbei geschleust würden.

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