Aktualisiert 07.12.2010 20:29

Zürich

Gastro-Lokale zahlen auch hohe Schlüsselgelder

Satte 700 000 Franken Ablösesumme verlangt eine Firma für die Übernahme eines Gastro-Lokals in der Zürcher City. Über diesen hohen Betrag staunt sogar Gastro Zürich.

von
David Torcasso
Für dieses Restaurant wird 700 000 Franken Schlüsselgeld verlangt. (Aebi)

Für dieses Restaurant wird 700 000 Franken Schlüsselgeld verlangt. (Aebi)

Nicht nur für Ladenlokale werden in der Zürcher City hohe Schlüsselgelder verlangt – auch wer ein Restaurant übernehmen will, muss inzwischen tief in die Tasche greifen. Für das Restaurant an der Ecke Gessnerallee / Schützengasse, unweit von Löwenplatz und Bahnhof­strasse, verlangt Vermieter Fisler & Partner Immobilien zurzeit 13 000 Franken Monatsmiete und eine Ablösesumme von 700 000 Franken. «Diese Summe kann doch ein Wirt in zehn Jahren nicht erwirtschaften», so Ernst Bachmann, Präsident von Gastro Zürich. Ihn «über­rasche» diese Praxis. Auch Immobilienspezialist Urs Küng von Partner Real Estate meint: «Wenn diese Preistreiberei weitergeht, steigt der Margendruck auf die Gastronomie noch weiter.»

Walter Angst vom Zürcher Mieterverband sagt: «Eine solche Ablösesumme in Zusammenhang mit einem Mietvertragsabschluss zu verlangen, ist schlicht illegal.» Es handle sich offensichtlich um ein laut Mietrecht verbotenes Koppelungsgeschäft. Trotzdem sei diese Praxis in der Weitervermietung von Geschäftsräumen in der City an der Tagesordnung. «Aber natürlich nicht ­öffentlich», so Angst und ergänzt: «Schlüsselgelder sind faktisch Schmiergelder.» Bei Fisler & Partner hiess es auf Anfrage von 20 Minuten zunächst, der Betrag von 700 000 Franken sei korrekt. Doch im Laufe des Tages ­änderte die Immobilienfirma plötzlich die Meinung: «Das war ein Druckfehler – die Ablösesumme beträgt 200 000 Franken», so Mitinhaber Markus Arnold.

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