Alkoholtestkäufe: Gastro-Präsident: «Das ist eine Hiobsbotschaft»
Aktualisiert

AlkoholtestkäufeGastro-Präsident: «Das ist eine Hiobsbotschaft»

83 Prozent der Gastrobetriebe sind bei Alkoholtestkäufen durchgefallen. Der Gastro-Luzern-Präsident Ruedi Stöckli ist enttäuscht von den neusten Zahlen.

von
gwa
Ruedi Stöckli, Präsident des Verbands Gastro Luzern, will die Betriebe noch weiter sensibilisieren.

Ruedi Stöckli, Präsident des Verbands Gastro Luzern, will die Betriebe noch weiter sensibilisieren.

Schlechtes Zeugnis für die Luzerner Gastorbetriebe: 39 von 47 Gastrobetrieben haben bei Testkäufen der Luzerner Polizei Alkohol an Jugendliche verkauft. Dies zeigte sich bei Testkäufen zwischen März und Mai. Bei einer zweiten Reihe von Testkäufen zwischen Juni und August fielen nur noch 5 von 33 kontrollierten Gastro-Betrieben durch (15 Prozent). Der Präsident von Gastro Luzern, Ruedi Stöckli, nimmt Stellung.

Herr Stöckli, was sagen Sie zur Durchfallquote von 83 Prozent?

Stöckli: Ich war enttäuscht, als ich das gehört habe. Mit einem solchen Wert habe ich nicht gerechnet. Die Zahl war noch nie so hoch wie dieses Jahr, das ist eine Hiobsbotschaft.

Wie konnte der Wert so hoch ausfallen? Fehlt den Betrieben die Sensibilisierung zum Thema?

Wir haben als Verband unsere Mitglieder immer wieder schriftlich darauf hingewiesen. Bei der diesjährigen Delegiertenversammlung, die genau während der Testperiode im Frühling stattfand, stand das Thema aber zum ersten Mal seit Längerem nicht mehr auf der Traktandenliste. Wir dachten, die Gastronomen sollten es langsam wissen, dem scheint aber nicht so. Wir werden dies aber wohl als ‹ewiges Traktandum› wieder auf die Liste nehmen müssen.

Welche Schwierigkeiten gibt es im Alltag bei der Alterskontrolle?

Das Servicepersonal muss das Alter der Gäste auch in hektischen Situationen gut einschätzen können. Das ist nicht immer einfach. Aber so oder so gilt: Wenn Jugendliche an alkoholische Getränke kommen wollen, schaffen sie es meistens irgendwie – zur Not beschaffen sie sich die Getränke im Verkaufsgeschäft auch via Drittpersonen.

Braucht es härtere Gesetze?

Die bestehenden Gesetze reichen aus – die Gastronomen müssen sich nur daran halten. Bei den Nachkontrollen fiel der Wert mit 15 Prozent schliesslich auch deutlich tiefer aus. Trotzdem reicht das noch nicht, wir müssen uns weiter verbessern.

Was unternimmt der Verband nun, um die Situation zu verbessern?

Die Gastronomen sind letztlich selbst verantwortlich dafür, ob sie die Gesetze befolgen. Wir können nur immer und immer wieder informieren und die Problematik bei Versammlungen thematisieren. Das werden wir in Zukunft auch wieder vermehrt tun, weil wir keine Verschärfung des Gesetzes wollen.

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