Ende des Shutdowns: Gastro Suisse und Gewerbeverband schiessen scharf gegen Bundesrat
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Ende des ShutdownsGastro Suisse und Gewerbeverband schiessen scharf gegen Bundesrat

Der Bundesrat hat am Freitag einzelne Lockerungsschritte in Aussicht gestellt. Die Restaurants sollen aber geschlossen bleiben. Gastro Suisse und Gewerbeverband sind nicht einverstanden und fordern das sofortige Ende des Shutdowns.

von
Reto Heimann
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Wenn es nach dem Bundesrat geht, bleiben die Restaurants weiterhin geschlossen.

Wenn es nach dem Bundesrat geht, bleiben die Restaurants weiterhin geschlossen.

20min/Celia Nogler
Das stösst dem Präsidenten von Gastro Suisse, Casimir Platzer, sauer auf.

Das stösst dem Präsidenten von Gastro Suisse, Casimir Platzer, sauer auf.

20min/Matthias Spicher
Er fordert das sofortige Ende des Shutdowns.

Er fordert das sofortige Ende des Shutdowns.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Wenn es nach dem Bundesrat geht, dürfen Restaurants die Terrassen bald wieder öffnen.

  • Die Innenbereiche hingegen sollen geschlossen bleiben.

  • «Das ist absolut unverständlich», regen sich Gastro- und Gewerbeverband auf.

Am Freitagnachmittag hat der Bundesrat in einer Medienkonferenz über allfällige weitere Lockerungsschritte informiert. So sollen sich bald wieder bis zu zehn Personen in Innenräumen und 15 Personen draussen treffen können. Definitiv entscheiden wird der Bundesrat am 19. März, nachdem er die Kantone konsultiert haben wird.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Die Restaurants werden weiterhin zu bleiben. Allenfalls könnte der Bundesrat entscheiden, Aussenbereiche zu öffnen; die Restaurants selbst bleiben allerdings geschlossen. Das bringt Casimir Platzer, Präsident des Branchenverbandes Gastro Suisse, in Rage. «Das ist absolut unverständlich. Der Bundesrat ignoriert die Fakten und die Bevölkerung», sagt er.

Gemäss Medienmitteilung von Gastro Suisse ist die Ansteckungsgefahr in Restaurants gering. Auch die Intensivstationen seien mittlerweile weit davon entfernt, überlastet zu sein. «Diese Gefahr besteht nicht mehr, egal wie sich die Infektionszahlen entwickeln», sagt Platzer. Er fordert daher eine möglichst sofortige Öffnung der Restaurants. Denn den Gastronomen und Gastronominnen in der Schweiz gehe es schlecht: Fast 20
Prozent haben ihren Betrieb bereits aufgegeben und jeder vierte Betrieb kämpft weiterhin ums nackte Überleben.

«Viel zu zögerlich»

Ähnlich klingt es beim Gewerbeverband. Zwar begrüsst er, dass der Bundesrat Massen-Coronatests beschlossen hat. Alles in allem geht es dem Gewerbeverband aber zu wenig schnell vorwärts. Mit flächendeckenden Tests sei eine vollständige Öffnung der Wirtschaft möglich: «Das Vorgehen des Bundesrats ist viel zu zögerlich und nach wie vor ohne Perspektive. Der Gewerbeverband fordert das sofortige Ende des Lockdowns», heisst es in einer Mitteilung.

Der Schweizerische Arbeitgeberverband begrüsst es, dass der Bundesrat entschieden hat, die Lehrabschluss und die Maturitätsprüfungen regulär vor Ort durchzuführen. Enttäuscht ist der Verband dafür, dass die Home Office-Pflicht noch nicht aufgehoben wurde.

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