Daniela Liebi: Gastro-Verband wirft Lockdown-Rebellin aus Vorstand
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Daniela LiebiGastro-Verband wirft Lockdown-Rebellin aus Vorstand

Ungemach für Aufstands-Wirtin Daniela Liebi: Nach der verbotenen Öffnung ihres Gasthofs am 11. Januar schliesst Gastro Oberland West Liebi mit sofortiger Wirkung aus dem Vorstand aus.

von
Reto Heimann
Daniel Krähenbühl

Darum gehts

  • Daniela Liebi, die Wirtin, die ihr Restaurant in Schwanden BE trotz Lockdown öffnete, wird aus dem Vorstand ihres Gastro-Verbandes geschmissen.

  • Liebi habe willentlich gegen die Lockdown-Regeln verstossen, so Gastro Suisse.

  • Daniela Liebi selbst hat kein Verständnis für ihren Rauswurf.

Sie war für einige Tage die wohl bekannteste Wirtin der Schweiz. Daniela Liebi, die ihr Restaurant in Schwanden im Berner Oberland trotz Corona-Lockdown öffnete. Der Zauber währte aber nicht lange: Nach kurzer Zeit erschien die Polizei. «Sie machten mir klar, dass ich sofort das Geschäft schliessen muss», sagte Liebi unter Tränen.

Damit hat der Ärger aber für Liebi kein Ende. Denn der Verband Gastro Oberland schmeisst sie aus dem Vorstand. Das berichtet das «Thuner Tagblatt». Der Verband begründet den Schritt damit, dass Liebi angekündigt hatte, «willentlich gegen das Corona-Schliessungsdekret für die Gastronomie verstossen zu wollen.»

An Online-Sitzung ausgeschlossen

Gastro Oberland West, das ein Teilverband von Gastro Suisse ist, verurteilt Liebis Aktion «seit Tagen» ausdrücklich. Zunächst sei ihr noch nahegelegt worden, freiwillig aus dem Vorstand auszuscheiden, sagt Liebi selbst. Dann aber habt der Vorstand an einer Online-Sitzung in Abwesenheit von Daniela Liebi entschlossen, sie aus dem Vorstand auszuschliessen.

Liebi hat kein Verständnis dafür: «Ich bin im letzten Herbst von den Mitgliedern erneut in den Vorstand gewählt worden. Es wäre nur richtig, wenn sie auch über einen Ausschluss hätten bestimmen dürfen.» Liebi kann gemäss Statuten gegen den Entscheid rekurrieren.

«Über 400 Personen schrieben mir Mails»

Auf Anfrage von 20 Minuten teilt Liebi jedoch mit, auf einen Rekurs verzichten zu wollen: «Eine gute Zusammenarbeit im Vorstand wurde mit dem Vorgehen, das zu meinem Ausschluss führte, unmöglich gemacht.» Der Entscheid ist für Liebi, die vor vollendete Tatsachen gestellt wurde, nicht nachvollziehbar: «Offenbar basierte das Urteil zu meinem Ausschluss auf Medienberichten, mit mir hat im Vorfeld nie jemand das Gespräch gesucht.»

Sie habe an diesem 11. Januar jedoch keinen anderen Weg gesehen, um auf die «Ungleichbehandlung in der Gastro-Branche» aufmerksam zu machen, sagt Liebi. Sie habe entsprechend viele positive Rückmeldungen auf ihre Aktion erhalten: «Über 400 Personen schrieben mir Mails, Briefe, SMS oder riefen an und dankten mir für mein Engagement. Darüber freute ich mich sehr»

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