Aktualisiert 10.04.2014 05:45

Schlaflose NachtGastronomin wegen Ruhestörung vor Gericht

Eine St.Galler Lokalbesitzerin hat bis in die Morgenstunden laut Musik laufen lassen. Die Nachbarn fanden es nicht so lustig. Heute steht sie vor Gericht.

von
taw
Die Gastronomin muss sich heute vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten.

Die Gastronomin muss sich heute vor dem Kreisgericht St.Gallen verantworten.

Vor dem Kreisgericht St.Gallen muss sich heute eine junge Gastronomin verantworten. Grund dafür ist der Vorwurf der mutwilligen Belästigung und Nachtruhestörung. Die damals 24-Jährige soll laut Anklageschrift Anfang August 2013 in ihrem Lokal in der Stadt St. Gallen und später in der darüber liegenden Wohnung bis tief in die Morgenstunden laute Musik gespielt haben. Die Anwohner fühlten sich dadurch «massiv gestört».

Diverse Lärmklagen

Kurz vor 23.30 Uhr beschwerten sich mehrere Anwohner laut der Staatsanwaltschaft erstmals bei der Stadtpolizei wegen Lärm aus dem Lokal. Dabei blieb es nicht. Nach 1 Uhr erfolgte die nächste Beschwerde wegen der lauten Musik. Ein kurzer Lichtblick: Noch während die Beschwerdeführerin mit der Polizei telefonierte, wurde die Musik leiser. Die Polizei rückte gemäss Anklageschrift dennoch vor Ort aus. Beim Eintreffen der Beamten gingen in der Wohnung über dem Lokal, die ebenfalls von der Wirtin bewohnt wird, die Lichter an und die Fenster wurden geöffnet. Bereits kurz nach 1.30 Uhr erfolgte die nächste Lärmbeschwerde wegen erneuter lauter Musiker aus dieser Wohnung.

Beschuldigte ohne Einsicht

Die Polizei vor Ort beobachtete die Situation noch etwa zehn Minuten. Der Musiklärm wurde nochmals lauter, weshalb die Beamten schliesslich einschritten. Die Angeklagte wurde aufgefordert, die Musik, die von einem Laptop mit zwei Lautsprecherboxen dröhnte, abzustellen. Die Intervention war allerdings nicht dauerhaft von Erfolg gekrönt: Um 4.55 Uhr reklamierte die gleiche Anwohnerin wieder wegen Musiklärm aus der Wohnung. Zeitgleich gingen noch weitere Beschwerdeanrufe bei der Polizei ein.

Die ausgerückte Polizei stellte erneut den lauten Musiklärm fest. Laut Staatsanwaltschaft waren diesmal die Türen der Liegenschaft verschlossen. Obwohl die Beamten an der Hausglocke läuteten, zu den Fenstern hinauf riefen und mit den Taschenlampen in die Fenster zündeten, reagierte niemand. Die Polizei musste also unverrichteter Dinge wieder abziehen.

Busse von 1000 Franken droht

Als Patentinhaberin des Lokals und Mieterin der Wohnung oberhalb ist die 25-Jährige laut Anklageschrift verantwortlich dafür, dass die Nachbarschaft nicht durch übermässige Einwirkungen belästigt wird und dass der Gebrauch von Tonwiedergabegeräten und Lautsprecheranlagen auf Zimmerlautstärke beschränkt ist.

Gegen den Strafbefehl hat die Angeklagte Einsprache erhoben, weshalb es heute zum Gerichtstermin kommt. Die Staatsanwaltschaft will die Angeklagte wegen mehrfacher Nachtruhestörung zu einer Busse von 1000 Franken schuldig sprechen. Bei schuldhafter Nichtbezahlung tritt an Stelle der Busse eine Ersatzfreiheitsstrafe von 10 Tagen. Die Kosten des Verfahrens sollen der Beschuldigten auferlegt werden.

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