Covid-Zertifikat - Gastroverbände fordern Zonen für ungeimpfte Gäste
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Covid-ZertifikatGastroverbände fordern Zonen für ungeimpfte Gäste

In den SRF-Personalrestaurants sollen sich geimpfte und ungeimpfte Mitarbeitende voneinander getrennt verpflegen. Beizerinnen und Beizer verlangen dasselbe Modell.

von
Bettina Zanni
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«Auch in Beizen sollen Zonen in abgetrennten Räumen für Geimpfte und Ungeimpfte zugelassen werden», sagt Urs Pfäffli, Präsident von Gastro Zürich City. 

«Auch in Beizen sollen Zonen in abgetrennten Räumen für Geimpfte und Ungeimpfte zugelassen werden», sagt Urs Pfäffli, Präsident von Gastro Zürich City.

Gastro Zürich City
«Vorstellbar wäre die Einführung von räumlichen oder zeitlichen Zonen, in welchen Gäste ohne Zertifikat bedient werden können», sagt Gastrosuisse-Mediensprecherin Daniela Kimmich.

«Vorstellbar wäre die Einführung von räumlichen oder zeitlichen Zonen, in welchen Gäste ohne Zertifikat bedient werden können», sagt Gastrosuisse-Mediensprecherin Daniela Kimmich.

20min/Marco Zangger
Auch ungeimpfte Arbeitnehmende auf Baustellen kämen dank der Zonen zu einem warmen Essen, so Gastrosuisse.

Auch ungeimpfte Arbeitnehmende auf Baustellen kämen dank der Zonen zu einem warmen Essen, so Gastrosuisse.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Das SRF plant im Personalrestaurant getrennte Zonen.

  • «Auch in Beizen sollen Zonen in abgetrennten Räumen für Geimpfte und Ungeimpfte zugelassen werden», sagt Urs Pfäffli, Präsident von Gastro-Zürich-City.

  • Alois Gmür, Mitglied von Gastrosuisse, sagt hingegen: «Solche Zonen in Beizen einzurichten, würde eine komplizierte Geschichte.»

Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) will seine Mitarbeitenden zum Mittagessen in verschiedene Zonen schicken. Neu soll die Kantine unterteilt werden in einen Bereich mit Zertifikatspflicht und einen ohne. In der restlichen Gastronomie sind Gäste nur mit Zertifikat willkommen. Beizerinnen und Beizer begehren auf.

«Auch in Beizen sollen Zonen in abgetrennten Räumen für Geimpfte und Ungeimpfte zugelassen werden», sagt Urs Pfäffli, Präsident von Gastro Zürich City. Viele Menschen auf dem Land hätten eine Wut im Bauch und fühlten sich diskriminiert, weil sie sich für den Restaurantbesuch extra testen lassen müssten, seien sie nicht geimpft. «Könnten wir wieder alle Gäste empfangen, würde dies die Situation massgeblich entspannen.»

«Sehr gute Lösung»

Pfäffli sieht diverse Räume für geimpfte und ungeimpfte Gäste in der momentanen Situation als eine sehr gute und vernünftige Lösung. «Dies würde dem Grundsatz gerecht: so wenig Einschränkungen wie möglich, aber so viele wie nötig.»

Der Gastronom ist der Ansicht, dass dieses Modell einfach umsetzbar wäre. «Viele Restaurants haben mehrere Räume, sodass dies ohne Aufwand organisiert werden könnte.» Die Geimpften wären laut Pfäffli weiterhin ihren Bedürfnissen entsprechend geschützt und müssten keine Nachteile befürchten. Gleichzeitig hielten die Schutzkonzepte, die sich bewährt hätten, das Virus in den Zonen der Ungeimpften in Schach.

«Räumliche oder zeitliche Zonen»

Auch der Branchenverband Gastrosuisse begrüsst Zonen in Lokalen. «Vorstellbar wäre die Einführung von räumlichen oder zeitlichen Zonen, in welchen Gäste ohne Zertifikat bedient werden können», sagt Mediensprecherin Daniela Kimmich. Gerade in ländlichen und anderen Gebieten, in denen die Impfquote tief sei, würde eine Ausnahme von der Zertifikatspflicht für bestimmte räumliche oder zeitliche Zonen den Betrieben stark entgegenkommen.

«Hinsichtlich der kälter werdenden Temperaturen würde die Einführung von Zonen auch ungeimpften Arbeitnehmenden im Ausseneinsatz, zum Beispiel Mitarbeitenden auf Baustellen, zu einem warmen Mittagsmenü verhelfen», sagt Kimmich. Diese Personen hätten in der Regel keinen Zugang zu einer Betriebskantine.

Wirtinnen und Wirten drohen Unkosten

Alois Gmür, Mitglied des Branchenverbands Gastrosuisse, äussert hingegen Zweifel. «Solche Zonen in Beizen einzurichten, würde eine komplizierte Geschichte.» Es verfügten kaum alle Lokale über den nötigen Platz. «Um die Zonen einzurichten, müssten sich viele Wirtinnen und Wirte in Unkosten stürzen.»

Er könne den Wunsch nach diesem Modell jedoch nachvollziehen, so der Mitte-Nationalrat. «Dass in allen Restaurants eine Zertifikatspflicht gilt, in Firmen-Kantinen aber nicht, ist eine Ungerechtigkeit.»

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