Gatte von FDP-Regierungsrätin vor Gericht
Aktualisiert

Gatte von FDP-Regierungsrätin vor Gericht

Wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung steht in Basel ab 11. Dezember der Ehemann der Baselbieter FDP-Regierungsrätin Sabine Pegoraro vor Gericht.

Entgegen früheren Angaben soll er sich selbst bereichert und auch Angehörige und Bekannte begünstigt haben.

Peter Pegoraro und zwei weitere Angeklagte sollen von 1999 der 2002 als Vermögensverwalter der Treuhandfirma Itag Verluste guter Kunden zulasten solcher, die sich wenig um ihr Depot kümmerten, mit illegalen Transaktionen ausgeglichen haben.

In der Anglageschrift wird die Deliktsumme auf knapp 3 Mio. Franken beziffert. Davon sollen rund 1,55 Mio. Franken in den Verantwortungsbereich Pegoraros fallen.

Neue Erkenntnisse

Früheren Angaben der Basler Staatsanwaltschaft zufolge stand persönliche Bereicherung Pegoraros zu Beginn des 2003 eröffneten Strafverfahrens nicht zur Diskussion. Die Anklageschrift dagegen sieht dies nun anders.

Die Basler Staatsanwaltschaft wirft dem Gatten der Baselbieter Polizei-, Militär- und Justizdirektorin vor, zum Nachteil anderer Anleger rund 120 000 Franken in sein privates Umfeld geleitet zu haben.

Sich selbst habe Pegoraro mit 28 380 Franken bereichert. 14 000 Franken soll seine Schwiegermutter erhalten haben. Profitiert haben sollen laut Anlageschrift auch Vorgesetzte und Guggenmusik- Kollegen. Aufgeflogen sind die illegalen Kompensationsgeschäfte 2003 bei einer internen Revision.

Pegoraro, der als Geschäftsleiter der Itag Vermögensverwaltung umgehend freigestellt worden war, sowie seine beiden Kader-Kollegen sind nicht nur der ungetreuen Geschäftsbesorgung, sondern auch der mehrfachen Urkundenfälschung angeklagt. Der Prozess vor dem Basler Strafgericht, der am 11. Dezember beginnt, dauert sechs Tage.

Regierungsrätin: «Keine Kenntnis»

Dass gegen ihren Gatten ermittelt wird, hatte Sabine Pegoraro im Mai 2003 noch vor dem Antritt des Regierungsamtes als Landrätin im Parlament bekannt gegeben. Die Strafanzeige gegen Peter Pegoraro wurde erst nach ihrer Wahl in die Exekutive eingereicht.

Von den ihrem Mann zur Last gelegten Unregelmässigkeiten habe sie keine Kenntnis gehabt, bekräftigte Sabine Pegoraro am Freitag gegenüber der «Basler Zeitung» frühere Aussagen. Von einer angeblichen Begünstigung von Personen aus ihrem direkten Umfeld habe sie erst im Verlauf des Verfahrens erfahren.

Sabine Pegoraro tritt bei den Gesamterneuerungswahlen vom 11. Februar 2007 für eine zweite Amtsperiode an und gibt sich dafür zuversichtlich. Sie geht davon aus, dass allgemein anerkannt wird, dass das Gerichtsverfahren gegen ihren Mann nichts mit ihrer Tätigkeit als Regierungsrätin zu tun hat, wie sie im Interview sagte.

(sda)

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