19 Jahre ins Gefängnis: Gattinnen-Mörder blitzt vor Bundesgericht ab
Aktualisiert

19 Jahre ins GefängnisGattinnen-Mörder blitzt vor Bundesgericht ab

Ein Mann, der 2003 seine Gattin bei der Basler Tramhaltestelle «Hirzbrunnenstrasse» erschossen hat, muss definitiv für 19 Jahre ins Zuchthaus.

Das Bundesgericht hat seine Beschwerde gegen die Verurteilung durch das Appellationsgericht abgewiesen. Der 49-jährige Schweizer kurdischer Herkunft hatte bei der Haltestelle «Hirzbrunnen» seine getrennt von ihm lebende Ehefrau mit vier Schüssen getötet. Dem Mord waren zahlreiche psychische und physische Misshandlungen vorangegangen. Das Appellationsgericht als zweite baselstädtische Instanz hatte ihn 2006 schuldig gesprochen.

Das Appellationsgericht ging von einer Absicht aus, die Ehefrau zu töten, und glaubte dem Mann nicht, er habe aus Panik geschossen. Gemäss Gericht hatte er die Schusswaffe erworben, um die ihm vor allem aus finanziellen Gründen lästig gewordene Frau umzubringen. Angebliche Suizidgedanken als Hintergrund nahm es ihm nicht ab.

Mord-Schuldspruch nicht willkürlich

Der Mann erhob auch gegen dieses zweite kantonale Urteil Beschwerde, dies über seinen Verteidiger wie auch über einen weiteren Vertreter mittels Nichtigkeitsbeschwerde. Er wollte so Schuld und Strafe neu beurteilen lassen. Das Bundesgericht trat aber auf die Eingabe seines zweiten Vertreters wegen mangelnder Legitimation nicht ein.

Sein Anwalt argumentierte jedoch gleich, wenngleich ebenso erfolglos: Auch das Bundesgericht qualifiziert die Tat eindeutig als Mord, wie seinem im Internet publizierten Urteil vom 17. März zu entnehmen ist. Die vorgebrachten Willkürvorwürfe würden nicht belegt, und das psychologische Gutachten sei korrekt gewertet.

Das Bundesgericht bestätigt explizit die vom Appellationsgericht erkannten «krass primitiven, egoistischen Motive» für die Bluttat. Auch habe die Vorinstanz dem Mann korrekt volle Schuldfähigkeit attestiert. Das Strafmass - 18 Jahre für den Mord plus ein Jahr für ein anderes Delikt - liege ebenfalls im Ermessensspielraum. (sda)

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