Aktualisiert 11.01.2010 20:14

Stadtrat

Gay-Community bald zweifach vertreten?

Das freut Schwule und Lesben: Nach Corine Mauch könnte mit André Odermatt schon die zweite homosexuelle Person in den Stadtrat einziehen.

von
Roman Hodel

Falls SP-Kandidat André Odermatt (49) am 7. März in den Stadtrat gewählt und Corine Mauch (49) als Stadtpräsidentin bestätigt wird, wären zwei von neun Regierungsmitgliedern homo­sexuell. Kein schlechter Anteil mit Blick auf die geschätzten zehn Prozent Schwule und Lesben unter der Stadtzürcher Bevölkerung. «Das ist ein Zufall», sagt Odermatt, «aber dadurch würde das Sensorium im Stadtrat für Minderheiten sicher nochmals steigen.» Angst, als Schwuler nicht gewählt zu werden, weil mit Mauch bereits eine Lesbe im Stadtrat sitzt, hat Odermatt nicht: «Ich trete ja als Politiker mit Inhalten an.» Seine Schwerpunkte seien Wohnungsnot, Veloverkehr oder auch die Förderung von Kinderkrippen. «Schwulsein ist nur ein Teil von mir», so Odermatt.

Trotzdem würde sich Uwe Splittdorf, Geschäfts­leiter der Schwulen­organisation Pink Cross, über die Wahl Odermatts freuen: «Weil dann die Interessen von Schwulen und Lesben im Stadtrat noch besser vertreten sind.» Letzteres findet auch Tom Wyss – der Chefredaktor des Schwulenmagazins «Display» sagt zudem: «Odermatt wäre ein Vorbild für Schwule und Lesben.» Im Wahlkampf könne er jedenfalls auf den vollen Support der Gay-Community zählen.

Wahlkampf: Die SP setzt auf Facebook

Die Stadtzürcher SP setzt im Wahlkampf erstmals auf Facebook: Die Gruppe «Was Zürich braucht» zählt 885 Mitglieder. Wer Ideen hat, was Zürich braucht, kann auf Facebook mitdiskutieren. «Die beliebtesten Vorschläge wollen wir zusammen mit den Urhebern politisch umsetzen», sagte SP-Ko-Präsidentin Andrea Sprecher gestern vor den Medien. Die SP will am 7. März mindestens 33 Prozent Wähleranteil erreichen und ihre 4 Stadtrats- und 44 Gemeinderatssitze halten.

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