Gaza-Offensive geht weiter: USA blockieren UNO-Resolution
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Gaza-Offensive geht weiter: USA blockieren UNO-Resolution

Die israelischen Streitkräfte haben ihre Gaza-Offensive trotz internationalen Drucks am Mittwoch fortgesetzt.

Ein Mann und sein Sohn starben in den frühen Morgenstunden, als eine Panzergranate ihr Haus nahe des Flüchtlingslagers Dchebalija traf. Nach israelischer Darstellung erwiderten Soldaten das Feuer, nachdem sie aus dem Haus beschossen worden waren.

Zudem erlag am Mittwoch ein 15 Jahre alter Palästinenser seinen am Dienstag erlittenen Verletzungen. Anwohner zufolge stand er auf dem Balkon seiner Wohnung, als er am Abend von einer israelischen Kugel in den Kopf getroffen wurde.

US-Aussenminister Colin Powell forderte ein rasches Ende der Gaza-Offensive. Auf einem Flug nach Brasilien sagte Powell am Dienstagabend, der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon habe eine Reaktion auf palästinensische Raketenangriff für notwendig befunden. Doch was immer Scharon tue, müsse im Verhältnis zur Bedrohung für Israel stehen. «Ich hoffe, dass die Operation im Gazastreifen so schnell wie möglich zu einem Ende kommt.»

Die USA blockierten eine Resolution im UN-Sicherheitsrat, die eine Ende der Militäraktion gefordert hätte. Von den 15 Ratsmitgliedern stimmen am Dienstagabend elf für den Resolutionsentwurf, drei enthielten sich. Der amerikanische UN-Botschafter John Danforth begründete das Veto gegen den von arabischen Ländern eingebrachten Resolutionsentwurf mit dessen «Einseitigkeit». Er weise die Schuld Israel zu und spreche Terroristen frei, die Raketen auf bewohnte Gebiete feuerten.

Bei einem Raketenangriff der radikal-islamischen Hamas waren vor einer Woche zwei israelische Kinder getötet worden. Nach dem Anschlag leitete Israel eine Grossoffensive im Gazastreifen ein, der bis zum Mittwoch 75 Palästinenser zum Opfer fielen.

Den Vorwurf, die Extremisten hätten bei ihren Angriffen ein Fahrzeug der Vereinten Nationen verwendet, zogen die israelischen Streitkräfte inzwischen wieder zurück. Die Veröffentlichung eines entsprechenden, unscharfen Videos mit dem vermeintlichen Vorfall hatte zu scharfem Protest der UN-Vertreter im Gazastreifen geführt. Nach UN-Angaben handelte es sich auf den Aufnahmen, die von einer unbemannten Drohne stammten, um einen Mitarbeiter des Flüchtlingshilfswerks (UNWRA). Dieser habe aber eine Bare und keine Rakete in den Rettungswagen gelegt. Generalmajor Israel Siv räumte am Dienstagabend ein, es gebe Zweifel an der israelischen Darstellung. Das Video wurde von der Web-Site der Streitkräfte genommen. (dapd)

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