Gazastreifen vor dem Wirtschaftskollaps
Aktualisiert

Gazastreifen vor dem Wirtschaftskollaps

Die Vereinten Nationen befürchten bei einer weiteren Isolierung des Gazastreifens den völligen wirtschaftlichen Kollaps in diesem Gebiet.

Dann würden die 1,4 Millionen Einwohner allein von ausländischer Hilfe abhängig sein, sagte der stellvertretende Leiter des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Filippo Grandi, am Donnerstag vor Journalisten in Gaza.

Nach der Einnahme des Gazastreifens durch die radikalislamische Hamas im Juni haben Israel und Ägypten die Grenzen gesperrt. Nur humanitäre Hilfe wird noch durchgelassen. Grandi appellierte an die palästinensische Autonomiebehörde im Westjordanland sowie an Israel und an alle beteiligten Parteien, eine Öffnung der Grenzen zu ermöglichen. Andernfalls werde es zu katastrophalen Folgen kommen. In einer Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit werde der Extremismus nur noch weiter zunehmen, sagte Grandi.

Die israelische Aussenministerin Zipi Livni sagte am Donnerstag bei einem Besuch in der Stadt Sderot, dass der Gazastreifen weiterhin eine Bedrohung für die Sicherheit darstelle. An der Grenze zu dem Küstengebiet erschossen israelische Soldaten einen unbewaffneten Palästinenser, wie beide Seiten mitteilten. Der 22-Jährige sei verdächtigt worden, einen Sprengsatz platzieren zu wollen, erklärte ein Militärsprecher. Warnschüsse habe der Mann ignoriert. (dapd)

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