Kampf gegen die Sucht: «Gazzas» Schachpartie mit Bush und Clinton
Aktualisiert

Kampf gegen die Sucht«Gazzas» Schachpartie mit Bush und Clinton

Für Englands ehemalige Fussball-Ikone Paul Gascoigne geht es nach unzähligen Alkohol- und Drogeneskapaden endlich wieder aufwärts. In einer Entzugsklinik absolvierte «Gazza» ein vierwöchiges Reha-Programm und berichtet nun erstmals von seinen Rauscherlebnissen während seiner Krisenzeit.

Tief war er gefallen: Auf dem Platz war Paul Gascoigne eine begnadeter Fussballer und das Idol der englischen Fans. Neben dem Platz sorgte er immer wieder für Skandale und kleine Aufreger. Nach seiner Karriere als Fussball-Profi glitt ihm sein Leben aber zusehends aus den Händen. Der absolute Tiefpunkt im letzten Februar: Gascoigne war in einem Hotel wegen Drogenmissbrauchs und Randalierens festgenommen worden, drei Monate später wurde er zum x-ten Mal in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Seine Alkohol- und Drogensucht hatte ihn beinahe umgebracht.

Seit drei Monaten trocken

Knapp zehn Monate nach seinem letzten Exzess hat Paul Gascoigne sein altes Leben offenbar endgültig hinter sich gelassen. Keine Trinkgelage mehr, keine Drogenexzesse - seit drei Monaten hat «Gazza» keinen einzigen Schluck Alkohol mehr getrunken. Der 57-fache englische Nationalspieler, der regelmässigen Kokain-Konsum eingestand, hat einen vierwöchigen Aufenthalt in einer vom ehemaligen Fussball-Profi Tony Adams gegründeten Entzugs-Klinik hinter sich - mit sichtbarem Erfolg.

Der braungebrannte Gascoigne macht einen frischen Eindruck und hat seinen Lebensmut offenbar wieder gefunden. Er scheint gewillt seine Probleme hinter sich zu lassen. «Ich kann nicht sagen, dass ich in meinem Leben nie mehr Alkohol trinke. Aber ich kann sagen, dass ich heute nichts getrunken habe und hoffe, morgen nicht zu trinken», erklärte Gascoigne im Interview mit der «Sun». «Ich glaube, dass ich diese Abhängigkeit überstanden habe.»

Sechs Wochen gespielt und getrunken

«Gazza» weiss, dass er während seinem Alptraum-Jahr mehrmals nahe am Tod war. «Ich habe in den Abgrund geschaut», sagte der 41-Jährige und berichtet gleichzeitig von seinen bizarren Rauscherlebnissen während seiner Krisenzeit. «Ich habe mir eine Spielkonsole gekauft und 24 Stunden am Tag während sechs Wochen nur gespielt und Alkohol getrunken», erzählt Gascoigne von seinem düsteren Alltag.

Schach mit Bush und Clinton

Eines Tages habe er seinen Vater angerufen und ihm gesagt: «Mach dich fertig, wir gehen in den Madison Square Garden. Dort spielen wir Schach gegen Präsident Bush und Präsident Clinton. Dann habe ich meinen Vater noch einmal angerufen und erzählt, dass Bush abgesagt hätte.» Im Nachhinein wisse er nicht, was ihm durch den Kopf gegangen sei. Er habe ja nicht einmal ein Schachbrett. «Ich konnte mich aber einfach nicht stoppen.»

Bier für sich und seine Plüsch-Papageien

Ein anderes Mal habe er sich zwei Papageien aus Plüsch gekauft und sich mit der Zeit eingebildet, die Stofftiere könnten sprechen. «Eines Tages ging ich in eine Bar und bestellte drei Bier, eins für mich und zwei für die Papageien.» Ein andermal vergass «Gazza» schon nach wenigen Minuten, dass er seine Plüsch-Vögel einem Hotel-Angestellten zum Batteriewechsel mitgegeben hatte. «Ich habe sie gesucht und geglaubt, sie seien davongeflogen.»

(pre)

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