Kamera in der Garderobe: GC gibt Einblicke ins Allerheiligste

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Kamera in der GarderobeGC gibt Einblicke ins Allerheiligste

Beim Heimspiel gegen den FC Basel gewährte GC den Zuschauern im Stadion exklusive Einblicke in die Spieler-Garderobe. Es ist eine Belohnung für die Fans, die ins Stadion kommen.

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ete

Beim Heimspiel gegen den FC Basel gewährte GC den Zuschauern im Letzigrund erstmals exklusive Einblicke in die Spieler-Garderobe. Trainer Uli Forte sagt, warum. (Video: 20 Minuten Online)

Goalie Roman Bürki bindet seine Fussballschuhe. Trainer Uli Forte tigert nervös in der Kabine herum und stimmt seine Mannschaft auf die bevorstehende Partie gegen den FCB ein. Captain Salatic kommt, bekleidet mit einem Handtuch um die Hüfte, ins Bild und zieht sich das Tenü an. Die Szenen stammen aus der GC-Kabine, lediglich zehn Minuten vor Kickoff. Der Zuschauer im Letzigrund kann sie live auf der grossen Videowand mitverfolgen. Denn erstmals gewährte ein Schweizer Klub seinen Zuschauern kurz vor Matchbeginn Einblicke in in die Kabine - bislang absolute Tabuzone für «Normalsterbliche».

GC bietet mit seinen «versteckten Blicken» hinter die Kulisse als erster und bisher einziger Schweizer Verein seinen Zuschauern einen neuen Service. «Als Belohnung für jene, die ins Stadion kommen und als Mehrwert gegenüber dem TV-Konsumenten», wie GC kommuniziert. Denn für den Fernsehzuschauer der Teleclub- und SF-Übertragungen bleibt die Kabinentür weiterhin geschlossen. Am Samstag zeigte GC-Kommunikationschef Adrian Fetscherin erstmals die exklusiven Bilder aus der Kabine - schweigend für einmal, um die Spieler nicht abzulenken.

Einmalig in der Super League

Im Stadion wurde es mucksmäuschenstill als die Bilder über die Videowand flimmerten. Neugierig starrten die 7050 Zuschauer auf das Gezeigte. Wie bei so vielen Dingen im Leben, war man auf der Tribüne geteilter Meinung. Während die einen den Service honorierten, taxierten wiederum andere die Einblicke als «no go». Vor allem ehemalige Fussballer und Scouts auf der Haupttribüne schüttelten verständnislos den Kopf. Es störe die Konzentration und Intimsphäre der Fussballer, so einige Argumente dagegen.

20 Minuten Online wollte wissen, wie es für die Protagonisten selbst war und fragte bei Captain Vero Salatic und GC-Trainer Uli Forte nach. Salatic: «Das ist uns gar nicht so gross aufgefallen und hat uns nicht gestört. Im Gegenteil: Ich finde, man gibt den Fans etwas mehr, um den Weg ins Stadion zu finden. In grösseren Ligen gehört das sogar zum Alltag, dass die Kamera in der Garderobe ist. Aber in der Super League ist das einmalig.»

GC mit dem 2:2 gegen Basel zufrieden

GC ist kein Pionier

«Für mich ist das kein Problem. Aber auch da sind wir keine Pioniere. In der Serie A macht man das schon länger. Ausserdem ist es ja nicht so, dass man irgendwelche taktischen Anweisungen oder Standardsituationen preisgibt, sondern nur die Stimmung in der Garderobe wiedergibt», sagt Forte. «Wir wollen den Zuschauer irgendwo auch belohnen, denn es kann nicht sein, dass der Zuschauer daheim mehr sieht, als der Zuschauer im Stadion. Mit solchen Aktionen, wie wir sie gemacht haben, wollen wir jeden einzelnen Zuschauer mehr ins Stadion locken.»

Für taktische Anweisungen oder allfällige Korrekturen in der Halbzeitpause bleibe genug Zeit, so der GC-Trainer weiter. «Die Kamera ist nur zu Beginn der Pause da. Wenn ich dann mit den taktischen Anweisungen komme, ist die Kamera schon wieder weg.» Umstritten bleibt das Vergnügen dennoch. Ob der Kameramann auch draufhält, wenn es den Spielern einmal nicht so gut läuft?

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