Sky Sun im Exklusivinterview - GC-Präsident mit Kampfansage – «Wir wollen alle Spiele gewinnen»
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Sky Sun im ExklusivinterviewGC-Präsident mit Kampfansage – «Wir wollen alle Spiele gewinnen»

GC-Präsident Sky Sun spricht über die Pläne mit GC in der Super League, mit welchem Spieler sie heimlich verlängert haben und ob sich chinesische Fussballfans für GC interessieren.

von
Tobias Wedermann
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GC-Präsident Sky Sun hat den Aufstieg des Rekordmeisters nur kurze Zeit gefeiert.

GC-Präsident Sky Sun hat den Aufstieg des Rekordmeisters nur kurze Zeit gefeiert.

Marc Schumacher/freshfocus
Trainersuche, Kaderplanung und Marketingmassnahmen – auf den 36-Jährigen wartet viel Arbeit in der Sommerpause.

Trainersuche, Kaderplanung und Marketingmassnahmen – auf den 36-Jährigen wartet viel Arbeit in der Sommerpause.

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«Das Ziel in der kommenden Saison wird klar sein: Wir wollen niemanden unterschätzen, aber jedes Spiel gewinnen.»

«Das Ziel in der kommenden Saison wird klar sein: Wir wollen niemanden unterschätzen, aber jedes Spiel gewinnen

Claudio Thoma/freshfocus

Darum gehts

  • GC-Präsident Sky Sun ist seit Mitte März in der Schweiz.

  • Der 36-Jährige spricht über die Trainerentlassung kurz vor dem Aufstieg.

  • Ausserdem bestätigt Sun, dass der Vertrag mit Goalie Mateo Matic bereits verlängert wurde.

Sky Sun, wie fühlten sich die ersten Tage als Präsident eines Super-League-Clubs an?

Wir haben in den ersten beiden Tagen ein bisschen gefeiert, die Spieler sind nun in den Ferien, aber für mich und mein Team geht die grosse Arbeit jetzt erst richtig los.

Wie haben Sie die letzten Wochen der Saison erlebt?

Es wirkte, als hätte GC plötzlich Panik kurz vor der Ziellinie. Ich teile Ihre Ansicht nicht. Ich habe zu keinem Zeitpunkt Panik gefühlt. Wir waren fast die komplette Saison auf Platz eins.

Aber Sie haben zwei Spiele vor Schluss den Trainer gewechselt.

Ja, das war eine schwere Entscheidung. Ich war und bin zufrieden mit der Arbeit von João Carlos Pereira, aber wir hatten das Gefühl, dass die Mannschaft noch einen neuen Impuls brauchte.

GC-Besitzerin Jenny Wang hat gleich aus China gratuliert. Wie empfängt man in China die Schweizer Challenge oder Super League?

Leider gibt es keinen offiziellen Kanal. Ich hab das auch schon mit der Liga besprochen, dass sowas interessant sein könnte. Nicht nur, weil ich oder Jenny Wang aus China sind.

Es gab Gerüchte, dass Jenny Wang ihr Investment in GC zurückziehen würde, wenn der Aufstieg nicht geschafft worden wäre.

Durch den Aufstieg hat sich diese Frage erledigt, aber das ist eine totale Falschmeldung. Wir wären natürlich enttäuscht gewesen, aber es wäre weitergegangen.

Jenny Wang spricht von einem neuen Kapitel für GC. Wie sieht dieses Kapitel aus?

Die letzten Jahre waren für den Verein und auch für die Fans sehr schwierig. Wir wollen ein wettbewerbsfähiges Team haben für die kommende Saison und das Ziel wird klar sein: Wir wollen niemanden unterschätzen, aber jedes Spiel gewinnen. Die Saison wird lang sein und am Schluss wird abgerechnet, welcher Club den besten Job gemacht hat.

Sie suchen nun einen neuen Trainer. Wer wird es sein?

Wir sind in der Rekrutierungsphase und werden vor dem Vorbereitungsstart einen Namen präsentieren.

Ein kleiner Tipp? Schweizer oder Ausländer?

Wir schauen uns viele Kandidaten an und führen Interviews. Die Nationalität ist nicht das Wichtigste. Es geht um die Qualität und das Profil, das wir suchen für unser Projekt.

Ihr braucht nicht nur einen neuen Trainer, sondern wohl auch neue Spieler. Wie stehts um die Kaderplanung?

Es wird definitiv Wechsel geben. Ich bin mir sicher, dass wir mit einem besseren und wettbewerbsfähigen Team in die Super League starten werden.

Sie haben kürzlich in einem Interview gesagt, dass Sie womöglich über 50 Millionen Franken investieren werden.

Ehrlich gesagt, weiss ich nicht, von wo diese Zahl stammte. Es kann mehr sein, es kann aber auch weniger sein. Unser Engagement bei GC ist langfristig und wir haben ehrgeizige Ziele auf dem Platz und neben dem Platz. Natürlich werden auch Geld-Investitionen notwendig sein. Wir sind aber keine Wohltätigkeitsorganisation, die Geld spendet. Wir machen ein Business und wollen mit unseren Investitionen Gewinn machen.

Das heisst?

Wenn wir beispielsweise einen Spieler für eine Million Franken kaufen, wollen wir ihn so fördern und entwickeln, dass wir ihn in Zukunft für zehn Millionen verkaufen können. Darin liegt unsere Expertise und ich habe ein gutes Gefühl, dass wir einen guten Job machen werden.

Sie arbeiten mit Wolverhampton-Leihspielern oder portugiesischen Talenten. Verliert GC seine Schweizer Seele?

Ich respektiere den Schweizer Fussball und die Geschichte von GC. Wenn man im Fussball erfolgreich sein will, muss man aber international denken. Auch hier geht es schlussendlich um die Qualität und nicht um die Nationalität.

GC war aber auch immer berühmt für die Ausbildung von Schweizer Talenten.

Das muss ja kein Widerspruch sein. Wir haben GC aufgrund der Geschichte und des erfolgreichen GC-Campus übernommen. Die Akademie ist eine der besten des Landes. Ich schaue persönlich jedes Wochenende Spiele der U-Mannschaften. Wir haben starke Talente, keine Frage. Darauf bin ich auch stolz.

Einer eurer GC-Kinder ist Goalie Mateo Matic. Leistungsträger und Fan-Liebling, aber der Vertrag läuft aus. Woran hapert es?

Wir haben es noch nicht kommuniziert bis jetzt, aber der Vertrag wurde bereits verlängert. Mateo hat sich das verdient und wird nächste Saison für GC spielen.

In der Berichterstattung über GC fällt auch immer wieder der Name Jorge Mendes, Berater von Cristiano Ronaldo oder José Mourinho. Was ist seine Rolle?

Er ist ein langjähriger Freund und der Super-Fussballagent der Welt. Er kann uns mit Spielern helfen, aber er ist nicht unser exklusiver Agent oder sowas.

Sie wollen GC auch zur internationalen Marke machen. Das wird aber schwierig, die Grasshoppers sind jetzt nicht gerade ein europäischer Topclub.

Ja, wir sind ja auch nicht hier, um einfache Aufgaben zu erledigen. Wir wollen anspruchsvolle Ziele haben, das ist unsere Philosophie. Es gibt unterschiedliche Wege, dies zu erreichen.

Würden sich in Ihrem Heimatland China die Fussballfans wirklich für GC interessieren?

Klar, wenn ich in China nach einem Schweizer Club frage, antworten mehr als 50 Prozent mit Grasshoppers. Auch ich kannte als Kind nur GC in der Schweiz. Aber es geht hier nicht nur um China oder Asien. Wir wollen in der ganzen Welt wachsen. Es wird aber Zeit brauchen.

Sie sind nun seit Mitte März in Zürich. Wie gefällt es Ihnen hier?

Ich mag die Schweiz sehr, aber leider hatte ich noch kaum Zeit, Zürich zu entdecken. Ich bin nur zwischen Hotel und GC-Campus unterwegs. Ich bin ja hier um zu arbeiten und habe in Zukunft noch Zeit.

Sie wohnen immer noch im Hotel?

Ja, aber im August ziehe ich in meine eigenen vier Wände.

Und ihre Familie?

Die bleibt in Shanghai.

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