Aktualisiert 25.09.2014 05:29

Rückschlag

GC steht bei Espen-Sieg Pate

Unter fachkundiger Beobachtung von 90 Ehemaligen gewann der FC St. Gallen erstmals seit fünf Jahren ein Heimspiel gegen GC. Die Hoppers machten es den Espen aber gar einfach.

von
Eva Tedesco

Nach nicht einmal einer halben Stunde lagen die Hoppers in der AFG Arena 0:2 zurück. Geoffrey Tréand hatte die Ostschweizer schon nach vier Minuten in Führung gebracht. In der 29. Minute erhöhte Yannis Tafer mit einem Distanzschuss auf 2:0.

«Die Niederlage hat sich früh abgezeichnet. Zu den ersten beiden Gegentoren sind wir Pate gestanden. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir es schlecht gespielt und eine pomadige Leistung gezeigt», sagte auch GC-Trainer Michael Skibbe zum schwachen Auftritt seiner Mannschaft. Jener Mannschaft, die vorletzten Samstag Meister Basel im Letzigrund 3:1 besiegte. Wer nach dem Sieg gegen die Bebbi geglaubt hatte, das sei ein Befreiungsschlag gewesen, sah sich spätestens beim 0:3 am Mittwochabend getäuscht.

Skibbes Ärger über die Fehler

Beim Vizemeister lief nichts. Die Abwehr, mit Luzern und Vaduz die schlechteste der Liga, wirkte überfordert. Im Angriff lief wenig bis fast nichts, und als GC - vornehmlich nach der Pause - zu einigen Chance kam, machten die Zürcher nichts draus. «Wir sind mit zu wenig Power ins Spiel gegangen, die notwendig gewesen wäre, um gegen die St. Galler zu gewinnen. Und bei beiden Toren haben wir schlecht ausgesehen und Fehler gemacht, die man auch in der Super League nicht machen darf», sagte Skibbe.

Schwarz sieht der Deutsche die Situation für GC dennoch nicht. «Man hat gesehen, dass wir durchaus in der Lage sind, auch gegen Basel zu gewinnen. An guten Tagen kann man den Meister schlagen, und auch sonst muss man sehen, dass wir eine ausgeglichene Liga haben. Aber wenn man nicht hundertprozentig sein Level erreicht, ist es egal, ob man gegen Basel spielt, YB oder wie wir nächsten Samstag gegen Aarau. Nur wenn man sein Leistungsmaximum erreicht, kann man in der Super League Punkte holen.»

Espen auch nicht am Limit

An diesem Leistungsmaximum musste St. Gallen für einen Erfolg über die Hoppers am Mittwochabend nicht kratzen. Dazu war GC zu schwach, zu pomadig, zu wenig kreativ. Der Heimsieg war nicht nur verdient, er war auch erdauert: Fünf lange Jahre musste der FC St. Gallen auf einen Heimsieg gegen die Grasshoppers warten. In sieben Duellen seit dem letzten Sieg im Oktober 2009 schaute lediglich ein Remis heraus.

Gegen keinen anderen Gegner in der Liga hat der FCSG eine derart schlechte Heimbilanz vorzuweisen. Im achten Duell ist dieser Fluch endlich besiegt. Und das just an dem Tag, an dem der älteste Fussballklub der Schweiz offiziell in den «Club of Pioneers» (die Vereinigung der ältesten Fussballvereine der Welt) aufgenommen wurde und 90 ehemalige FCSG-Spieler die Partie als Ehrengäste auf der Tribüne erlebten.

Platzverweis für Saibene

«Das war ein wichtiger Sieg für uns, der uns in der Tabelle Luft nach oben verschafft», freute sich Jeff Saibene. Das Ende der Partie hatte der Espen-Trainer nur noch von der Tribüne aus gesehen, nachdem ihn Schiedsrichter Alain Bieri wegen heftigen Protesten nach einer Tätlichkeit von GC-Verteidiger Dingsdag an Karanovic (87.) dorthin verwiesen hatte.

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