GC und Luzern schaffen die Revanche
Aktualisiert

GC und Luzern schaffen die Revanche

Leader Basel verlor in der 28. Runde der Axpo Super League in Luzern mit 0:1. Einziger Torschütze auf der Allmend war Mauro Lustrinelli. Die Zürcher Grasshoppers kamen in der zweiten Partie am heutigen Abend beim FC St. Gallen zu einem 2:0-Sieg.

Der FC Basel kommt auswärts nach wie vor nicht in die Gänge. In Luzern verlor der Leader der Axpo Super League 0:1 und bezog in der Rückrunde die dritte Niederlage auf fremden Terrains. Das Siegestor schoss Mauro Lustrinelli mit einer traumhaften Direktabnahme (62.).

Wenn «Lustrigol» trifft, siegt der FC Luzern. Zumindest in diesem Frühjahr ist das so. In den ersten vier Partien nach der Winterpause war der Tessiner erfolgreich gewesen und Luzern hatte gewonnen. Seit Ende Februar schoss Lustrinelli keine Tore mehr, und Luzern blieb sieglos. Jetzt wendete sich das Blatt wieder - und das entscheidende Tor gegen den FCB war sehenswert: Claudio Lustenberger flankte weit in den Strafraum, wo Lustrinelli vor Marque an den Ball kam und volley unter die Latte traf. Es war das erste Luzerner Tor nach 333 Minuten.

Verdienter Sieg für Luzern

Die Luzerner verdienten sich den Sieg gegen einen Gegner, dem sie vor Wochenfrist nur unglücklich unterlegen gewesen waren. Die bedrohlich in Abstiegsgefahr geratenen Innerschweizer kämpften verbissen um den Erfolg und hatten in einer insgesamt schwachen Partie auch die besseren der wenigen Chancen. Vor der Pause scheiterte Davide Chiumiento mit Weitschüssen zweimal nur knapp.

Der FC Basel enttäuschte indes schwer. Ganze zwei Gelegenheiten konnte er sich erspielen. Einmal kam Eren Derdiyok nach einer Flanke von Stocker zu spät, dann schoss Carlitos nach einem Fehlgriff von FCL-Keeper David Zibung über das leere Tor. «Es fehlen uns derzeit 10 bis 15 Prozent», analysierte Coach Christian Gross.

GC dank grosser Effiziens zum Sieg

Die Grasshoppers haben in St. Gallen dank grosser Effizienz 2:0 gewonnen. Raul Bobadilla und Vero Salatic schossen die Tore schon vor der Pause. St. Gallen bezog die erste Heimniederlage der Rückrunde und verbleibt auf einem Barrageplatz.

Während die St. Galler weiterhin tief im Abstiegskampf stehen, kann die GC-Crew (fast) aufatmen. Die von Coach Hanspeter Latour angepeilte Marke von 40 Punkten ist beinahe erreicht. Nach dem sechsten Sieg der Rückrunde (dem dritten auswärts) stehen die Zürcher bei 39 Zählern - zehn mehr als der Tabellen-Zweitletzte aus St. Gallen.

Den Sieg im ausverkauften Espenmoos verdienten sich die Grasshoppers dank aussergewöhnlicher Effizienz. Mit der ersten Chance gingen sie in Führung (6.), mit dem zweiten Torschuss erhöhten sie auf 2:0 (42.). Zunächst traf Bobadilla mittels Kopfball nach einem Freistoss von Zarate, dann schoss Salatic aus rund 25 Metern unter die Latte. Bei beiden Toren sah St. Gallens Verteidiger Mark Schneider schlecht aus. Bobadilla konnte er nicht am Kopfball hindern und vor Salatics Treffer passte er zu ungenau auf Teamkollege Gjasula und legte so dem GC-Mittelfeldspieler den Ball auf.

St. Gallen hatte insgesamt zwar mehr Spielanteile, kam aber nur zu wenigen Torchancen. Nach dem Rückstand war die Reaktion in der zweiten Halbzeit nicht heftig genug. Gefährlich wurde es für GC meist nur nach stehenden Bällen. Gjasula traf mit einem Freistoss nur den Pfosten (69.), es war die vielversprechendste Aktion der St. Galler im ganzen Spiel.

Axpo Super League, 28. Runde

St. Gallen - Grasshoppers 0:2 (0:2)

Espenmoos. - 11 300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Circchetta.

Tore: 6. Bobadilla 0:1. 42. Salatic 0:2.

St. Gallen: Lopar; Zellweger, Koubsky, Schneider, Weller; Callà, Gjasula, Muntwiler, Zé Vitor; Aguirre (74. Alex), Fernandez (62. Ural).

Grasshoppers: Jakupovic; Voser, Vallori, Smiljanic, Daprela; Renggli, Salatic; Gabriel (82. Frank Feltscher), Cabanas, Zarate; Bobadilla.

Bemerkungen: St. Gallen ohne Ciccone und Constanzo (beide gesperrt) sowie Gelabert, Haas und Marazzi (alle verletzt), Grasshoppers ohne Dos Santos, Sutter und Touré (alle verletzt). 70. Freistoss von Gjasula an den Pfosten. 90. Jakupovic lenkt Kopfball von Alex via Latte in Corner. Verwarnungen: 31. Muntwiler (Foul). 66. Gabriel (Spielverzögerung). 68. Gjasula (Foul). 69. Vallori (Foul). 70. Salatic (Foul).

Luzern - Basel 1:0 (0:0)

Allmend. - 11 623 Zuschauer. - SR Grossen.

Tor: 62. Lustrinelli 1:0.

Luzern: Zibung; Schwegler, Veskovac, Diarra, Claudio Lustenberger; El Idrissi (78. Bader), Seoane, Bättig (67. Wiss), Kukeli (78. Shi Jun); Chiumiento; Lustrinelli.

Basel: Costanzo; Zanni, Majstorovic, Marque (76. Frei), Nakata; Ba; Carlitos, Huggel, Eduardo (84. Lokvenc), Stocker (76. Perovic); Derdiyok.

Bemerkungen: Luzern ohne Tchouga (verletzt), Basel ohne Chipperfield, David Degen, Streller und Cabral (alle verletzt) sowie Ergic (krank). Verwarnungen: 24. Stocker (Foul). 79. Zanni (Foul).

LIVE-TICKER

90. Das Spiel ist aus! GC kann sich mit einem verdienten 2:0-Sieg für die Heimniederlage vom letzten Wochenende beim FC St. Gallen revanchieren.

90. Gefährlicher Kopfball von Alex! Jakupovic reagiert aber glänzend und kann klären.

89. Angriff der Grasshoppers. Cabanas schickt Bobadilla, Zellweger kann aber zur Ecke klären.

87. Das Spiel ist gelaufen. St. Gallen kann nicht mehr zulegen. GC scheint heute zu stark zu sein.

80. Zellweger wird von Cabanas unsanft gestoppt. Der St. Galler muss gepfegt werden. Ein längerer Spielunterbruch ist die Folge.

78. Zarate fällt im Strafraum. Koubsky hat den GC-Stürmer berührt. Schiedsrichter Circhetta pfeift aber nicht.

71. Gjasula schlägt wieder eine gefährliche Flanke auf den langen Pfosten! Der Ball klatscht an die Torumrandung. Jakupovic wäre geschlagen gewesen.

69. Und noch mehr Gelbe Karten. Vallori und Salatic kassieren ebenfalls eine Verwarnung. Das Spiel ist im Grossen und Ganzen aber fair.

68. Und auch Gjasula sieht Gelb. Nach seiner achten Gelben Karte ist er im nächsten Spiel gesperrt.

62. Luzern geht in Führung! Lustrinelli ist der Torschütze.

66. Gelbe Karte für Koubsky. Es ist schon seine Sechste in dieser Saison.

62. St. Gallens Weller dribbelt sich gekonnt auf der linken Seite durch. Wie schon oft im heutigen Spiel findet die Flanke aber keinen Mitspieler.

61. Riesenchance für St. Gallen! Zé Vitor kommt aus 11 Metern zum Abschluss. Seine Direktabnahme fliegt aber weit übers Tor von Daniel Lopar.

58. Schon wieder kommt ein Ostschweizer vor Jakupovic frei zum Kopfball. Schneider steht aber im Abseits.

56. Grosschance für St. Gallen! Nach schöner Vorarbeit von Thomas Weller verpasst Aguirre in der Mitte den Anschlusstreffer mit seinem Kopfball.

54. Foul an der Strafraumecke am Zürcher Zarate. Das könnte gefährlich werden. Bobadilla steht bei der Ausführung aber im Abseits.

52. Noch ein Freistoss für St. Gallen. Gjasula dreht den Ball auf den hinteren Pfosten. Jakupovic sieht den Ball erst sehr spät, kann aber gerade noch eingreifen.

50. Einmal mehr setzt sich Zellweger auf der rechten Seite durch. Die GC-Abwehr kann ihn nur mit einem Foul stoppen. Jakupovic kann die Freistosslanke wegfausten.

47. St. Gallen mit einem Freistoss von der rechten Seite. Der Kopfball von Koubsky fliegt übers Tor.

46. Weiter geht's! Der FC St. Gallen muss in der zweiten Halbzeit versuchen, möglichst schnell den Anschlusstreffer zu erzielen. Keine Wechsel auf beiden Seiten.

45. Pausenpfiff in St. Gallen. GC zeigt sich kaltschnäuzig und trifft zweimal in der ersten Halbzeit.

42. Tor für die Grasshoppers! Salatic trifft mit einem herrlichen Weitschuss in die rechte hohe Ecke. Die St. Galler schienen irritiert, da Bobadilla nach einem angeblichen Handspiel von Koubsky einen Elfmeter forderte.

39. GC für einmal wieder in der Offensive. Cabanas setzt Zarate über links ein. Dieser verzieht aber kläglich aus 14 Metern.

38. Der FC St. Gallen mit guten Ansätzen in der Offensive. Der letzte Pass kommt bisher noch nicht an.

35. Wieder ein Freistoss für St. Gallen. Der Trick geht aber gründlich in die Hose. Die Ostschweizer stehen sich gegenseitig im Weg.

33. Zellweger setzt sich auf der rechten Seite durch. Seine Flanke findet aber keinen Abnehmer.

30. Erste Gelbe Karte des Spiels. Muntwiler kassiert die Verwarnung für ein Foul an Cabanas.

25. Die Ostschweizer scheinen sich gefangen zu haben. Sie machen jetzt dort weiter, wo sie vor dem Gegentreffer aufgehört haben.

23. Herrlicher Weitschuss aus 25 Metern von St. Gallens Gjasula. Jakupovic kann sich erneut auszeichnen.

23. St. Gallen operiert fast ausschliesslich mit weiten Bällen in die Spitze.

19. Die Zürcher tauchen wiederum gefährlich im St. Galler Strafraum auf. Koubsky kann den Schussversuch von Bobadilla auf der Fünferlinie aber abblocken.

18. Die Grasshoppers stehen sehr kompakt im Mittelfeld und lassen dem FCSG wenig Raum zum Spielaufbau.

14. Es läuft nicht viel zusammen beim FC St. Gallen. Die Ostschweizer sind sichtlich geschockt vom Rückstand.

9. St. Gallen zeigt keine Reaktion auf den frühen Gegentreffer. GC versucht das Spiel jetzt zu diktieren.

6. Tor für GC! Freistoss für GC von der Strafraumgrenze. Bobadilla kommt frei zum Kopfball und schiesst zur frühen Führung für die Zürcher ein. Das nennt man Effizienz.

5. Die Ostschweizer in den ersten fünf Minuten deutlich überlegen. Sie sind agressiver als die Hoppers.

3. Gleich noch eine Riesenchance für die St. Galler. Aguirre schiesst aus sehr spitzem Winkel. Jakupovic klärt zur Ecke.

2. St. Gallen beginnt druckvoll. Zé Vitor kann aus 16 Metern abziehen. Jakupovic hält den Flachschuss sicher.

1. Die Partie hat begonnen! Schiedsrichter Circhetta hat das Spiel freigegeben.

- In Kürze geht es los. Die Akteure betreten den Rasen.

- 20minuten.ch berichtet ab 17.45 Uhr live von der Partie St. Gallen - Grasshoppers.

Vor den Spielen

Im letzten Viertel treffen die ASL-Teams in umgekehrter Reihenfolge nochmals auf die gleichen Gegner dieses Frühjahrs. Unglückliche Schiedsrichter-Entscheide haben vor einer Woche in Thun, Luzern und bei den Grasshoppers für Unmut gesorgt. Balsam auf deren Wunden wäre ein Sieg als Revanche.

Den Grasshoppers hat die unerwartete erste Heimniederlage gegen St. Gallen seit bald 21 Jahren auch deshalb auf den Magen geschlagen, weil dadurch ein beeindruckender Steigerungslauf jäh gestoppt wurde. GC vermochte sich bisher in jedem Viertel zu steigern: Im ersten Quartal resultierten nur 8 Punkte, im zweiten Viertel betrug die Ausbeute 12 und im dritten 16. Die Zürcher wären mit einem Sieg gegen St. Gallen gar auf den 4. Platz vorgestossen, nachdem sie nach dem ersten Saisonviertel noch auf Position 8 gelegen waren.

St. Gallen steigerte sich markant

Um nochmals eine ähnliche Steigerung hinzulegen, müssen die Grasshoppers nun das Retourspiel im Espenmoos siegreich gestalten. Doch die Euphorie in St. Gallen ist nach dem historischen Sieg vor Wochenfrist riesig. Die Sitzplätze sind seit Mitte Woche ausverkauft. GC steht gegen seinen früheren Trainer Krassimir Balakov ein ganz heikler Auftritt bevor. St. Gallen hat von allen zehn ASL-Teams die markantesten Fortschritte in einem einzigen Viertel gemacht; im dritten Quartal holten die Ostschweizer zehn Punkte mehr als im zweiten.

Eine ähnlich kontinuierliche Steigerung wie die Grasshoppers haben auch die Young Boys hinter sich. Die Berner starteten mit 15 Punkten im ersten Viertel und erhöhten danach auf 18 sowie 22 Zähler. Das Team von Trainer Martin Andermatt war im dritten Viertel das erfolgreichste Team der Axpo Super League und näherte sich in dieser Phase Leader Basel bis auf drei Punkte. Morgen Sonntag wissen die YB-Spieler vor dem schwierigen Derby in Thun bereits, ob sie den Rückstand erneut verringern können, weil der FCB schon heute (Samstag) in Luzern antritt.

An mangelndem Selbstvertrauen wird es nicht liegen, wenn YB im Stadion Lachen Punkte liegen lassen. Sie gewannen die letzten fünf Spiele in Serie, wogegen die Thuner zu Hause seit neun Runden sieglos sind. Vielleicht wirkt sich aber der mögliche Titelgewinn lähmend auf die Beine der Akteure aus, wie es schon vor Wochenfrist phasenweise der Eindruck machte.

Steigerung auch beim FC Luzern

Neben YB, GC und St. Gallen ist der FC Luzern die einzige Mannschaft, die sich im dritten Viertel gegenüber dem vorausgegangenen Quartal punktemässig steigern konnte. Das Team von Ciriaco Sforza holte 13 Zähler, nachdem es in den beiden ersten Vierteln noch 11 und magere 6 Punkte gewesen waren. Die Innerschweizer benötigen jedoch auch im letzten Quartal eine ähnlich positive Steigerung, um den Ligaerhalt sicherzustellen. Gegen Leader Basel muss nun vor allem der Frust ob des ungerechten Handspenaltys vor Wochenfrist abgearbeitet und in positive Energie umgewandelt werden.

Axpo Super League, 28. Runde Samstag, 17.45 Uhr

Luzern - Basel

Bemerkungen: Letzte Spiele: 2:4, 2:3, 0:1. - Abwesend: Tchouga (verletzt); Chipperfield (verletzt). - Fraglich: Keiner; Degen (krank), Ergic, Streller. - Statistik: Das zweitschwächste Heimteam trifft auf die stärkste Auswärtsmannschaft. Die Luzerner sind in dieser Saison gegen den FCB noch ohne Punkte geblieben und gegen die Basler insgesamt in sechs Spielen hintereinander ohne Sieg.

St. Gallen - Grasshoppers

Bemerkungen: Letzte 0:2, 5:3, 3:2). - Abwesend: Ciccone (gesperrt), Haas und Marazzi (beide rekonvaleszent); Dos Santos (Unfall/Lungenentzündung), Sutter (rekonvaleszent), Rinaldo und Touré (beide verletzt). - Fraglich: Gelabert (Oberschenkelzerrung); Mikari (Knieprellung). -Statistik: GC will sich postwendend für die historische Heimniederlage gegen die Ostschweizer vor Wochenfrist revanchieren, zumal auch die letzte Begegnung im Espenmoss deutlich (3:5) verloren ging. Der letzte Vollerfolg (2:0) in St. Gallen liegt aber auch schon zwei Jahre (6. April 2006) zurück.

(Si/pre)

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