24.07.2020 21:15

Aufstiegsrennen in der Challenge League

GC verspielt 3:0-Führung, Lausanne-Aufstieg vertagt

Die Grasshoppers dürften sich in der spektakulären Partie gegen Krierns wie Verlierer fühlen. Da Lausanne gegen Winterthur verliert, kann GC jedoch weiter auf den direkten Aufstieg hoffen.

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Nassim Ben Khalifa (r.) schiesst GC mit zwei frühen Toren in Führung. Gar 3:0 lautet das Resultat nach einem weiteren Treffer durch Fabio Fehr in der 16. Minute.

Nassim Ben Khalifa (r.) schiesst GC mit zwei frühen Toren in Führung. Gar 3:0 lautet das Resultat nach einem weiteren Treffer durch Fabio Fehr in der 16. Minute.

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Zoltan Kadar dürfte mit dem Verlauf des Spiels nicht zufrieden sein.

Zoltan Kadar dürfte mit dem Verlauf des Spiels nicht zufrieden sein.

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Enttäuschung bei Aldin Turkes (L):  Lausanne kann den Ausrutscher von GC nicht ausnutzen. Der Leader verliert gegen Winterthur 1:2.

Enttäuschung bei Aldin Turkes (L): Lausanne kann den Ausrutscher von GC nicht ausnutzen. Der Leader verliert gegen Winterthur 1:2.

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Diesmal kommt der Dreifachwechsel nach 65 Minuten. Es ist ein Mittel, das Zoltan Kadar gerne einsetzt und ihm auch schon spektakuläre Siege eingebracht hat. Und er ist nötig, denn GC ist zu dieser Phase nicht wiederzuerkennen. Also kommen Morandi, Gjorgjev und Chagas, alles Offensivleute. Sie müssen einiges gerade rücken.

Noch eine Stunde vor diesem Wechsel war so etwas nicht absehbar. Fabio Fehr erzielt ein Tor, frech per Absatz, es ist der Höhepunkt eines lässigen Aufgalopps der Gäste gegen Kriens, es ist das 3:0. Kriens scheint da am Ende, es ist am Anschlag. Dann lehnt sich GC zurück, ein Tor, zwei Tore, und gar ein drittes folgt nach der Pause. Eine 3:0-Führung verschenkt, gegen eine Mannschaft, die vier Auswechselspieler auf der Bank hat, mehr nicht.

Kriens findet Antworten

GC könnte sogar hinten liegen. Also kommt dieser Wechsel, Morandi sorgt für Feuer, leitet einen Angriff ein, an dessen Ende Fehr im Strafraum abgeräumt wird. Chagas trifft, wieder per Penalty. Seine jetzige Serie ist wohl einzigartig. Er traf immer in den letzten vier Spielen, fünf Mal per Penalty. Der Wechsel also, er scheint einmal mehr der Schlüssel zu sein.

Doch dieses Kriens findet Gefallen daran, GC zu ärgern. Es findet Antworten, es macht Druck, es überrascht seinen Gegner immer wieder. Berisha erzielt das 4:4, wieder geht es bei GC nicht ohne Spektakel. Vor drei Tagen gewannen die Zürcher gegen Schaffhausen 5:3. Jetzt ist wohl die letzte Chance auf den direkten Aufstieg verspielt. Gewinnt Lausanne heute Abend gegen Winterthur, ist das Rennen entschieden.

Lausanne kann nicht profitieren

Von einer Lausanner Motivationsspritze, welche das Unentschieden von GC gewesen sein dürfte, war in den ersten 45 Minuten wenig zu sehen. Im Gegenteil. Die erste Chance des Spiels hatte der FC Winterthur: In der 28. Minute verpasste Anas Mahamid den sicher geglaubten Führungstreffer, er drosch den Ball freistehend fünf Meter vor dem Tor in den Nachthimmel. Eine solch gute Tormöglichkeit bietet sich in der Regel kein zweites Mal. Doch nur sieben Minuten später kam Mahamid erneut im Fünfmeterraum an den Ball. Und dieses Mal machte er es besser, schob den Ball flach und unhaltbar ins Tor. Kurz vor der Pause bot sich dem Leader dann die Möglichkeit zum Ausgleich, allerdings verpasste Zeqiri eine scharfe Hereingabe um ein paar wenige Zentimeter.

In der zweiten Halbzeit machte Lausanne weiter Druck, und war vor alllem mit Weitschüssen brandgefährlich: Zuerst scheiterte Turkes knapp, bevor Ndoye mit seinem noch abgelenkten Versuch nur die Latte traf (62.). Wenig später kam es wie es kommen musste. Lausanne wurde für den Aufwand belohnt, Nanizayamo traf zum verdienten Ausgleich.

Ein unglaubliches Freistosstor entscheidet die Partie

Und die Westschweizer waren nur noch einen Treffer vom direkten Aufstieg entfernt. Dieser fiel in der 70. Minute beinahe, doch Turkes kam zu spät, er schlitterte am Ball vorbei. Die Winterthurer konnten sich in der Folge etwas befreien und wären durch Schättin beinahe wieder in Führung gegangen. Sein Schuss war aber zu zentral und damit kein Problem für Lausanne-Goalie Diaw (75.).

Der Schock kam für Lausanne dann in der 89. Minute: Doumbia glaubte an das beinahe Unmögliche und versuchte sein Glück mit einen Freistoss aus 35 Metern. Und siehe da, sein Mut wurde belohnt, der Ball flog wie an einer Schnur gezogen aufs Tor von Diaw, der bei seinem Abwehrversuch eine schlechte Figur machte und somit den Winterthurer Lucky Punch ermöglichte. Damit ist der Lausanner Aufstieg zumindest aufgeschoben.

Kriens - GC 4:4 (2:3)

500 Zuschauer. - SR Wolfensberger.

Tore: 6. Ben Khalifa 0:1. 14. Ben Khalifa 0:2. 16. Fehr 0:3. 31. Abubakar 1:3. 37. Tadic 2:3. 59. Tadic 3:3 (Foulpenalty). 72. Chagas 3:4 (Foulpenalty). 74. Berisha 4:4.

GC: Salvi; Fehr, Mesonero, Cvetkovic (62. Diani), Wittwer; Buff (65. Gjorgjev), Scheidegger (59. Salatic); Schneider (65. Morandi), Ben Khalifa; Kalem; Zé Turbo (65. Chagas).

Bemerkungen: GC ohne Cabral, Pusic, Arigoni (verletzt) und Njie (nicht im Aufgebot).

Lausanne-Sport – Winterthur 1:2 (0:1)

1000 Zuschauer. – SR Gianforte.

Tore: 35. Mahamid 0:1. 67. Nanizayamo 1:1. 89. Doumbia 1:2.

Schaffhausen – Stade Lausanne-Ouchy 2:2 (0:0)

440 Zuschauer. SR Jancevski.

Tore: 52. Müller 1:0. 65. Maletic (Foulpenalty) 1:1. 67. Abdullah 1:2. 92. Taipi (Foulpenalty) 2:2.

Wil – Aarau 3:1 (1:0)

Tore: 21. Von Moos 1:0. 54. Duah 2:0. 58. Schneuwly 2:1. 84. Vonmoos 3:1.

480 Zuschauer. – SR Cibelli.

(mro/kvo)

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1 Kommentar
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Der Fragende

25.07.2020, 07:38

Und aus welchem Grund zeigt man hier nur die Aufstellung von GC? Die Interessiert mich nicht mehr und nicht weniger als die anderen Aufstellungen.