Aktualisiert 13.11.2007 09:36

GDL-Chef droht mit Totalstreik

Der Deutschen Bahn AG droht erstmals im laufenden Tarifkonflikt ein umfassender Streik sowohl im Güter- als auch im Personennah- und Fernverkehr der Bahn.

Das deutete der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, Manfred Schell, wenige Stunden vor der Entscheidung der GDL darüber an. «Es wird voraussichtlich so kommen, dass sowohl der Fern- und Nah-, als auch Güterverkehr bestreikt werden», sagte er der «Passauer Neuen Presse».

Nach der Sitzung ihres geschäftsführenden Vorstands will die GDL um 12.00 Uhr in Frankfurt am Main verkünden, wann sie in welchen Bereichen streikt und wie lange der Arbeitskampf dauern soll. «Auch ein unbefristeter Streik steht zur Diskussion», wird Schell zitiert.

Der GDL-Vorsitzende gab sich in dem Interview unbeugsam: «Wir können einen Streik länger durchhalten, als es die Bundesrepublik verkraftet», sagte er, «und vor allem deutlich länger, als der Bahnvorstand dies glaubt». Der Gewerkschaftschef gab erneut der Unternehmensführung die Schuld an der Eskalation. «Der Bahnvorstand ist unbelehrbar, trotz unseres massiven Streiks im Güterverkehr. Deshalb müssen wir härtere Massnahmen ergreifen.» Es werde Zeit, dass Kunden und die Bundesregierung Druck auf den Bahnvorstand machten «und diesem Zauber ein Ende bereiten», fügte Schell hinzu. (dapd)

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