Energiepolitik: Gebäudesanierungen gegen Atomkraftwerke
Aktualisiert

EnergiepolitikGebäudesanierungen gegen Atomkraftwerke

Cleveres Bauen kann nach Darstellung der Solar Agentur Schweiz alle vier Jahre so viel Energie ersetzen wie ein Atomkraftwerk produziert.

1,5 Millionen Kraftwerke brauche das Land, erklärte die Organisation am Freitag bei der Verleihung der Solarpreise 2008 unter Anspielung auf die Zahl der Schweizer Gebäude.

In der Kategorie Neubauten wurde ein Mehrfamilienhaus in Riehen im Kanton Basel-Stadt ausgezeichnet, das neben dem gesamten eigenen Stromgebrauch 120 Prozent seines Stromertrags an das öffentliche Netz verkauft - ein Solarkraftwerk, dass ein zweites Mehrfamilienhaus versorgen kann. Das sei weltweit einmalig, erklärte Solar-Agentur-Geschäftsführer Gallus Cadonau laut Redetext.

Als Antwort auf die exorbitanten Erdöl- und Strompreise empfahl er deshalb, jedes Gebäude in der Schweiz mit guter Wärmedämmung und Solaranlagen auszurüsten. Bei einer jährlichen Bau-Erneuerungsrate von zwei Prozent der 1,5 Millionen Häuser in der Schweiz, könnten jährlich zwei Milliarden Kilowattstunden ersetzt werden. Auf diese Art und Weise könnte alle vier Jahre ein fossiles oder nukleares Grosskraftwerk in der Grösse des Atomkraftwerks Gösgen durch private Stromproduktion substituiert werden.

Zu den diesjährigen neun Preisträgern gehören auch die Firma Solaire Suisse aus Gasel bei Bern und ein Mehrfamilienhaus im aargauischen Staufen aus dem Jahr 1967. Letzteres brauchte nach der Sanierung rund 87 Prozent weniger Strom als vorher. Die Berner Firma wurde für ihre Solarschindeln ausgezeichnet. Diese bedeuteten einen Meilenstein für die Solarstromerzeugung auf geschützten und historischen Bauten, da sich die Schindeln ästhetisch optimal integrieren liessen, hiess es in der Laudatio. (dapd)

Deine Meinung