Cybercrime: Geben sich Telefonbetrüger als Corona-Tracer aus?
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CybercrimeGeben sich Telefonbetrüger als Corona-Tracer aus?

Auf Facebook wird vor Betrügern gewarnt, die sich als Corona-Tracer ausgeben. Die Kantonspolizei Zürich gibt jedoch Entwarnung: Beim Beitrag handle es sich höchstwahrscheinlich um eine Falschmeldung.

von
Daniel Krähenbühl
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In einem auf Facebook rege geteilten Beitrag einer Luzernerin wird momentan vor Betrügern gewarnt, die sich am Telefon als Corona-Tracer ausgeben.

In einem auf Facebook rege geteilten Beitrag einer Luzernerin wird momentan vor Betrügern gewarnt, die sich am Telefon als Corona-Tracer ausgeben.

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Nach dem Hinweis, dass man jetzt unter Quarantäne steht, fragen die Betrüger nach der Postadresse, um das Corona-Testkit zustellen zu können. 

Nach dem Hinweis, dass man jetzt unter Quarantäne steht, fragen die Betrüger nach der Postadresse, um das Corona-Testkit zustellen zu können.

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Bloss: Der Test ist nicht gratis, für die Unkosten sei die Übermittlung der Kreditkarten-Infos nötig. «Für das Kit und die Testergebnisse gibt es eine einmalige Gebühr von 50.»

Bloss: Der Test ist nicht gratis, für die Unkosten sei die Übermittlung der Kreditkarten-Infos nötig. «Für das Kit und die Testergebnisse gibt es eine einmalige Gebühr von 50.»

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Darum gehts

  • Auf Facebook wird vor Betrügern gewarnt, die sich am Telefon als Contact-Tracer ausgeben.

  • Dabei würden sie die Postadresse und die Kreditkartenangaben verlangen.

  • Die Kapo Zürich gibt jedoch Entwarnung: Beim Beitrag handle es sich höchstwahrscheinlich um einen Hoax.

  • Allfällige Betrugsversuche sollen aber direkt der Polizei gemeldet werden.

«Guten Morgen. Laut unserem System waren Sie wahrscheinlich in der Nähe von jemandem, der positiv auf Covid-19 getestet wurde. Das bedeutet, dass Sie sich jetzt für sieben Tage selbst isolieren und einen Covid-19-Test machen müssen»: In einem auf Facebook rege geteilten Beitrag einer Luzernerin wird momentan vor Betrügern gewarnt, die sich am Telefon als Corona-Tracer ausgeben. Nach dem Hinweis, dass man jetzt unter Quarantäne stehe, fragen die Betrüger nach der Postadresse, um das Corona-Testkit zustellen zu können.

Bloss: Der Test ist nicht gratis, für die Unkosten sei die Übermittlung der Kreditkarten-Infos vonnöten. «Für das Kit und die Testergebnisse gibt es eine einmalige Gebühr von 50.» Wer nicht kooperiere, riskiere eine Strafe – so zumindest die Drohung der Betrüger, wie auf Facebook ausführlich beschrieben wird.

Obwohl Cyberkriminelle die Angst der Bevölkerung vor der Corona-Krise ausnützen und es momentan viele Meldungen zu Fake Mails gibt, handle es sich bei diesem Beispiel mit den falschen Corona-Tracern höchstwahrscheinlich um einen Hoax, sagt dazu Carmen Surber, Sprecherin der Kantonspolizei Zürich. «Uns sind bisher keine entsprechenden Fälle bekannt.»

Polizei: «Stellen Sie Strafanzeige»

Die Betrugsmasche ist auch der Luzerner Polizei nicht bekannt, wie Sprecher Christian Bertschi sagt. Bislang habe man keine entsprechenden Meldungen erhalten. «Unsere Empfehlung lautet: Melden Sie solche Anrufe der Polizei und stellen Sie Strafanzeige.» Zudem führten nur medizinisch professionell ausgebildete Personen Corona-Tests durch. «Selbsttests sind gemäss unserem Informationsstand nicht zulässig.»

Auf ihrer Website Cybercrimepolice.ch warnt die Kapo Zürich vor weiteren Betrugsmaschen und gibt Empfehlungen, wie man reagieren soll. «Geben Sie in solchen Fällen nie persönliche Daten oder Angaben über Bankkonti oder Kreditkarten von sich preis.» Betrugsversuche soll man direkt auf Cybercrimepolice.ch melden, damit andere Personen vor der entsprechenden Masche gewarnt werden können.

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