Geberit gerät unter Druck
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Geberit gerät unter Druck

Geberit hat im ersten Halbjahr erneut kräftig zugelegt. Allerdings ging zuletzt der Schwung des starken ersten Quartals etwas verloren. Zudem machten die Rohstoffpreise einen Strich durch die Rechnung. Die Aktie tauchte.

Der Umsatz sei im ersten Semester um 20,8 Prozent auf 1,311 Mrd. Fr. gestiegen, teilte Geberit am Donnerstag mit. Im zweiten Quartal habe der Umsatz um 18,3 Prozent zugelegt, womit das Plus von 23,2 Prozent des Vorquartals nicht mehr erreicht wurde.

«Das überaus starke Wachstum hat sich damit auf hohem Niveau leicht abgeschwächt», teilte der Konzern mit. Dennoch habe Geberit die eigenen mittelfristigen Ziele im zweiten Quartal wiederum deutlich übertroffen.

Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um 17,2 Prozent auf 305,3 Mio. Franken. Unter dem Strich legte der Reingewinn dank tieferen Zinsaufwendungen und Steuern um 21,6 Prozent auf 227,8 Mio. Fr. zu.

Gewinnerwartungen verfehlt

Damit lag Geberit zwar beim Umsatz innerhalb der Prognosen von 1,3 Mrd. Franken. Beim Gewinn wurden die Erwartungen der Analysten allerdings deutlich verfehlt: Diese hatten im Schnitt mit einem EBIT von 325 Mio. Fr. und einem Reingewinn von 242 Mio. Fr. gerechnet.

Die Profitabilität habe unter den massiv gestiegenen Rohmaterialpreisen gelitten, teilte Geberit mit. Die Materialkosten hätten im ersten Halbjahr um 32 Prozent zugenommen. «Die deutliche Umsatzsteigerung und das strikte Kostenmanagement konnten diese Entwicklung nur teilweise kompensieren», schreibt der Konzern. Die Betriebsgewinnmarge sank von 24 auf 23,3 Prozent.

Das Umsatzwachstum sei weiterhin breit abgestützt gewesen. Im Hauptabsatzgebiet Europa konnte Geberit den Umsatz um 22,1 Prozent erhöhen.

Mit Ausnahme von Italien (&8,8 %) seien in allen europäischen Ländern zweistellige Wachstumsraten gelungen, hiess es weiter. In der Schweiz kletterte der Umsatz um 15,4 Prozent auf 143,6 Mio. Franken. Im grössten Markt Deutschland nahm der Umsatz um 24,3 Prozent auf 446,4 Mio. Fr. zu.

Einen Dämpfer hat Geberit allerdings erneut in Amerika erlitten, wo der Umsatz in Dollar um 5,8 Prozent schrumpfte. Geberit sei von dem anhaltenden Rückgang im US-Geschäfts- und Wohnungsbau sowie von der Bereinigung des eigenen Produktesortiments getroffen worden.

Prognosen erhöht

Für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern optimistisch. Die positive Wirtschaftslage und das gesunde Umfeld für die Branche sollten sich im Jahresverlauf nur leicht abschwächen. In Nordamerika werde der private Wohnungsbau allerdings schwach bleiben.

Dennoch schraubte Geberit die Prognosen etwas nach oben. «Wir erwarten nun für das Gesamtjahr 2007 ein Umsatzwachstum in Schweizer Franken von 12 Prozent», sagte Geberit-Sprecher Roman Sidler der Nachrichtenagentur AWP. Bislang hatte das Unternehmen ein Plus von 10 Prozent in Aussicht gestellt.

Geberit habe enttäuscht, äusserten sich Marktteilnehmer. Die Rohmaterialpreise seien stärker gestiegen als erwartet, was nur verzögert über Preiserhöhungen kompensiert werden könne. Die Befürchtungen, dass die Margen beeinträchtigt würden, hätten sich somit teilweise bestätigt.

An der Schweizer Börse gab die Aktie bis gegen 11 Uhr um 2,6 Prozent auf 186,60 Fr. nach. Derweil lag der Gesamtmarkt (SLI) um 1,2 Prozent im Minus. (sda)

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