Aktualisiert 15.02.2018 14:40

Reaktionen auf Amoklauf«Gebete bringen nichts, nur Handeln»

Auf Twitter und Co. wird der Amoklauf von Parkland zum Anlass genommen, schärfere Waffengesetze zu fordern. Die meisten User sind frustriert.

von
mlr

Nach dem Amoklauf von Parkland wird die Forderung nach schärferen Waffengesetzen wieder lauter gestellt – gerade auch von Prominenten auf Twitter. In den sozialen Medien löst das Blutbad rege Debatten, aber auch viel Resignation aus. Ein Überblick.

Den vermeintlich ewig gleichen Kreislauf, der nach einer solchen Tat seinen Gang nimmt, illustriert dieser Tweet: «Massenschiesserei -> Gedanken und Gebete -> Facebook-Debatten -> Jeder vergisst -> der Kongress unternimmt nichts -> Grillen zirpen.»

Auf Imgur kursiert folgender Post: Ein Esel (das Symbol der Demokraten) sieht Amokläufe als Problem leicht zugänglicher Waffen, ein Elefant (das Symbol der Republikaner) macht psychische Probleme verantwortlich. Dass keine der beiden Sichtweisen allein gültig ist, zeigt das Mädchen.

Was viele von den «Gedanken und Gebeten» der Politiker an die Adresse von Opfern und Angehörigen halten, illustrieren diese Beiträge:

Auch die Rolle der Waffen-Lobby, der National Rifle Association (NRA), wird kritisch hinterfragt.

Ein Twitter-User fordert, Waffen-Besitz solle doch wenigstens genauso streng reglementiert sein, wie der Besitz eines Autos.

Im Netz lässt sich auch herausfinden, ob Kongressmitglieder Geld von der NRA bekommen haben.

«Einer dieser Gegenstände ist in den USA verboten, um Kinder zu schützen. Ratet, welcher», fordert dieser Tweet die Leser auf. Der Amoklauf an der Sandy-Hook-Grundschule habe nichts geändert, schreibt der User, ebenso wenig, wie wohl die Schiesserei in Florida.

Es gibt aber auch gegensätzliche Ansichten: «Ich weiss nicht, warum Liberale jetzt wieder nach mehr Waffengesetzen schreien», schreibt dieser Twitter-Nutzer. «Nikolas Cruz hat in einer waffenfreien Zone geschossen. Wenn überhaupt, dann beweist es, dass mehr Gesetze und Regularien gar nichts bringen.»

Inzwischen haben auch zahlreiche Prominente auf den Amoklauf reagiert.

«Wir schulden es unseren Kindern und Lehrern, dass sie an den Schulen sicher sind. Gebete bringen nichts, sondern nur aktives Handeln. Kongress, bitte mach deinen Job und schütze Amerikaner vor sinnloser Waffengewalt», twittert Kim Kardashian.

Der Schweizer Basketballprofi Thabo Sefolosha, aktuell beim NBA-Verein Utah Jazz unter Vertrag, schrieb auf Twitter: «Ich bin in der Schweiz aufgewachsen, wo die Waffengesetzgebung sehr strikt ist, und ich kann euch versichern, dass das System funktioniert. Es sterben nur selten Menschen durch Schusswunden. Es ist schwer zu verstehen, warum es in den USA so eine Debatte darüber gibt, Dinge zu ändern, denn das System funktioniert offensichtlich nicht.»

Auch Schauspielerin Reese Witherspoon, Moderatorin Ellen DeGeneres und der Schauspieler Mark Ruffalo fordern auf Twitter, mehr gegen Waffengewalt zu tun.

Der US-Präsident drückte auf Twitter ebenfalls sein Beileid aus. Niemand solle sich an US-Schulen unsicher fühlen müssen, schreibt Donald Trump. Wie er das bewerkstelligen will, lässt er offen.

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