Aktualisiert 17.06.2015 06:20

Erklärung gefunden

Gebildete bleiben der Kirche fern

Immer weniger Menschen gehen regelmässig in die Kirche. Grund dafür ist vor allem die zunehmende Bildung.

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Je rationaler die Menschen sind, desto weniger interessieren sie sich für die Kirche.

Je rationaler die Menschen sind, desto weniger interessieren sie sich für die Kirche.

An Gott zu glauben, ist immer weniger angesagt. In vielen Ländern beklagen die Kirchen einen Mitgliederschwund. Über die Gründe war bislang offiziell wenig bekannt. Jetzt bringen niederländische Forscher Licht ins Dunkel.

Für seine Studie analysierte das Team um Erik van Ingen und Nienke Moor Daten unter anderem aus Europa, Amerika, Australien und Neuseeland aus den Jahren 1970 bis 2009. Allen Ländern gemein: Die Landeskirchen verlieren zunehmend an Boden.

Nicht nur eine Weltanschauung

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Bei der Auswertung stiessen sie auf einen Zusammenhang zwischen dem Gläubigenschwund und anderen Entwicklungen wie einer zunehmenden Verstädterung, einer wachsenden Globalisierung und einer anziehenden Wirtschaft. Doch auch die höhere Lebenserwartung spielt eine Rolle, wie die Forscher im Fachjournal «Social Science Research» berichten.

Den grössten Einfluss hat jedoch offenbar der Zugang zu Bildung. So konnten van Ingen und Moor in einem weiteren Schritt zeigen, dass Veränderungen in diesem Bereich stets Veränderungen den Kirchgang betreffend ankündigten. Die Forscher nehmen an, dass das Kennenlernen von verschiedenen Weltanschauungen die von der Kirche vermittelten Ansichten in Frage stellt.

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