Aktualisiert 29.06.2016 11:37

SolothurnGebissener Oberrichter zehn Tage im Gips

Nach der Attacke im Amtshaus in Solothurn läuft eine Strafuntersuchung. Was dem Täter vorgeworfen wird und wie es den Verletzten geht.

von
woz
1 / 12
Der Behördenschreck Kuno W. wird nach seiner Attacke im Gericht von der Polizei abgeführt.

Der Behördenschreck Kuno W. wird nach seiner Attacke im Gericht von der Polizei abgeführt.

Screenshot Tele M1
Der Angreifer Kuno W. ist den Behörden bereits bekannt und steht unter Beobachtung.

Der Angreifer Kuno W. ist den Behörden bereits bekannt und steht unter Beobachtung.

Screenshot Tele M1
Um diesen Fall geht es im Prozess: Der 61-jährige Schweizer Andres Z. hat in der Solothurner Kathedrale am 4. Januar 2011 gegen 10 Uhr ein Feuer gelegt.

Um diesen Fall geht es im Prozess: Der 61-jährige Schweizer Andres Z. hat in der Solothurner Kathedrale am 4. Januar 2011 gegen 10 Uhr ein Feuer gelegt.

Felix Brodmann, newspictures

Die Staatsanwaltschaft Solothurn hat gegen den Mann, der am Dienstag im Amtshaus in Solothurn einen Oberrichter und einen Gerichtsschreiber angegriffen und verletzt hatte, ein Strafverfahren eingeleitet. Der Schweizer befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam.

Gegen den Querulanten läuft eine Strafuntersuchung wegen versuchter schwerer Körperverletzung sowie wegen einfacher Körperverletzung, wie Jan Lindenpütz, Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Solothurn, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte.

Als Querulant bekannt

Ein weiterer Straftatbestand sind mehrfache Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Der nach der Tat am Dienstagmorgen von der Polizei abgeführte Mann befindet sich für bis zu 48 Stunden in Polizeigewahrsam.

Gemäss Lindenpütz steht noch nicht fest, ob der Mann in Untersuchungshaft kommt. Er war bereits früher als Querulant aufgefallen und wohnte Gerichtsverhandlungen bei. Er ist wegen eines Gewaltausbruchs vorbestraft.

Verletzte nicht mehr im Spital

Der Gerichtsschreiber und der Oberrichter befinden sich nicht mehr in Spitalpflege, wie Obergerichtspräsidentin Franziska Weber am Mittwoch vor dem Kantonsparlament ausführte. Den beiden gehe es den Umständen entsprechend gut und sie seien auf dem Weg der Besserung.

«So etwas geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei», sagt Oberrichter Frank Urs Müller zum «Blick». Bei der gestrigen Attacke erlitt er Biss- und Kratzwunden. Für die nächsten zehn Tage muss er nun einen Gips am linken Daumen tragen. Der Biss sei so tief gewesen, dass die Gefahr einer Hochinfektion bestanden habe. Von der Arbeit halte ihn das aber nicht ab, sagt Müller zur Zeitung.

Angriff vor Berufungsverhandlung

Zum gewalttätigen Zwischenfall im Amtshaus 1, in dem unter anderem das Obergericht verhandelt, war es am Dienstagmorgen vor der Berufungsverhandlung gegen den Brandstifter der St.-Ursen-Kathedrale gekommen. Das Gebäude ist öffentlich zugänglich, und es gibt keine Personenkontrollen.

Laut Angaben des Obergerichts wollte ein Gerichtsschreiber dem Sympathisanten des Brandstifters ein für ihn bestimmtes Schriftstück aushändigen. Der Mann nahm dieses jedoch nicht entgegen, sondern griff den Gerichtsschreiber tätlich an. Er schlug ihn mit der Faust ins Gesicht.

Danach eilte ein Oberrichter zu Hilfe. Zusammen mit weiteren Mitarbeitern des Obergerichts konnte der Mann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. (woz/sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.