Auto-Ratgeber: Gebrauchte Dachbox – das sind die Gefahren
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Auto-RatgeberGebrauchte Dachbox – das sind die Gefahren

Roger möchte für die Ferien mit einer Occasion-Dachbox zusätzlichen Stauraum erwerben. Die Angebote sind vielfältig. Aber auch sinnvoll?

von
Markus Aegerter
AGVS
Beim Kauf einer neuen oder gebrauchten Dachbox gilt es, verschiedene Dinge zu beachten. Was aber fast immer überschätzt wird, ist das erlaubte Ladegewicht. Es liegt in der Regel bloss zwischen 40 und 100 Kilogramm.

Beim Kauf einer neuen oder gebrauchten Dachbox gilt es, verschiedene Dinge zu beachten. Was aber fast immer überschätzt wird, ist das erlaubte Ladegewicht. Es liegt in der Regel bloss zwischen 40 und 100 Kilogramm.

AGVS

Frage von Roger ans AGVS-Expertenteam:

Ich mache diesen Herbst eine Ferienreise nach Italien. Da ich ein eher kleines Auto habe, möchte ich auf ricardo.ch eine Dachbox kaufen. Worauf muss ich achten?

Antwort:

Lieber Roger

Wichtig ist, dass du dir zunächst einmal darüber klar wirst, wofür du die Box brauchst. Nur für die Fahrt ans Meer oder auch für den Skiausflug im Winter? Für Skiausrüstungen gibt es lange und schmale Dachboxen. Boxen für den Transport von Gepäck sind kürzer, dafür breiter und höher. Es gibt aber auch Kombinationen.

Was du unbedingt abklären musst, ist das erlaubte Ladegewicht. Es kann zwischen 40 und 100 Kilogramm liegen. Du schreibst, dass du ein kleines Auto fährst – ich gehe also davon aus, dass du eher 40 Kilo auf dem Dach transportieren darfst. Eine Dachbox mit Halterung hat rasch ein Eigengewicht von 20 Kilogramm. Daher ist es wichtig, dass du das Gepäck vor dem Verladen wiegst und dich an den Grundsatz hältst: Schwere Sachen gehören in den Kofferraum, leichte in die Dachbox.

Achtgeben musst du auf das Fahrverhalten. Es verändert sich negativ, weil sich der Schwerpunkt deines Autos nach oben verlagert. Das macht sich vor allem beim Kurvenfahren bemerkbar. Auch der Treibstoffverbrauch erhöht sich, weil die Dachbox nachteilig auf die Aerodynamik wirkt. Dabei spielt natürlich auch die gefahrene Geschwindigkeit eine Rolle. Ich rate zu einem Tempo zwischen 100 und 120 km/h.

Beim Kauf einer gebrauchten Dachbox gilt es, verschiedene Dinge zu beachten: Die Qualität der Verarbeitung und den Zustand der Box erkennt man an den Scharnieren und Schliessmechanismen. Diese sollten stabil und leichtgängig sein. Auch muss die Box wasserdicht sein – schau dir also den Zustand der Gummidichtung genau an. Es ist sehr ärgerlich, wenn du am Ziel ankommst und das Gepäck in der Dachbox klitschnass ist.

Du musst zudem darauf achten, ob die Box vom Trägersystem zu deinem Auto passt. Nicht alle Fahrzeuge sind für die Montage einer Dachbox geeignet. Vor der Montage des Trägersystems unbedingt die Bedienungsanleitung des Autos lesen: Sie enthalten wichtige Hinweise betreffend Positionierung des Trägersystems auf dem Autodach. Besonders bei höheren Fahrzeugen wie SUV muss auch die neue Gesamthöhe des Autos gemessen werden – nicht dass man bei der Einfahrt in ein Parkhaus böse Überraschungen erlebt!

Und denk daran: Du brauchst einen Platz, um die Dachbox zu lagern, wenn du sie nicht montiert hast. Das ist gerade in Tiefgaragen nicht immer einfach.

Mein Tipp: Lass dich von deinem Garagisten beraten. Viele AGVS-Garagen vermieten übrigens auch Dachboxen. Damit hast du immer die geeignete Box auf dem Auto und kein Problem mit der Lagerung.

Gute Fahrt!

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Du planst den Kauf eines neuen Autos und weisst nicht, welcher Antrieb zu dir passt? Du möchtest Dein Fahrzeug aufpeppen und fragst Dich, was erlaubt ist? Du hast Fragen zu Nm, PS, Zoll und dB? Dich interessieren rechtliche Fragen rund ums Auto? Ein kompetentes und motiviertes Team von AGVS-Experten beantwortet jeden Mittwoch deine Frage zum Thema individuelle Mobilität.

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Der AGVS ist der Verband der Schweizer Garagisten. 4000 Betriebe mit 39'000 Mitarbeitenden (darunter 8500 Nachwuchskräfte in Aus- und Weiterbildung) sorgen dafür, dass wir sicher, zuverlässig und energieeffizient unterwegs sind.

Und dieses Expertenteam sorgt für Durchblick: Markus Aegerter (Handel und Dienstleistungen), Olivier Maeder (Bildung), Markus Peter (Technik und Umwelt) und AGVS-Juristin Olivia Solari (Recht).

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