ATOMSCHMUGGEL: Gebrüder Tinner bleiben in Haft
Aktualisiert

ATOMSCHMUGGELGebrüder Tinner bleiben in Haft

Die Gebrüder Tinner bleiben in U-Haft. Das Bundesstrafgericht hat die Haftentlassungsgesuche der beiden Ostschweizer Ingenieure abgewiesen. Sie werden verdächtigt, am Atomschmuggel für Libyen beteiligt gewesen zu sein.

Das Eidgenössische Untersuchungsrichteramt hatte Ende April ihre Gesuche um Haftentlassung gutgeheissen. Die Bundesanwaltschaft (BA) gelangte dagegen ans Bundesstrafgericht, das ihr nun Recht gegeben hat.

Mahnung zu Eile

Laut der Medienmitteilung aus Bellinzona erachtet die Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichts die Untersuchungshaft aufgrund der Aktenlage nach wie vor als rechtmässig. In beiden Fällen bestehe weiterhin Flucht- und Verdunkelungsgefahr.

Die vom Untersuchungsrichteramt als Ersatz für die Haft verfügte Sicherheitsleistung genüge deshalb einstweilen nicht, um den Untersuchungszweck sicherzustellen. Die beiden Strafverfahren müssten indessen mit besonderer Beschleunigung behandelt und die hängige Voruntersuchung rasch abgeschlossen werden.

Seit Jahren in U-Haft

Die beiden Brüder aus dem St. Galler Rheintal sitzen seit mehreren Jahren in U-Haft. Einer der Ingenieure wurde im Oktober 2004 in Deutschland festgenommen und später an die Schweizer Behörden übergeben. Sein Bruder wurde im September 2005 in Haft genommen. Auch der Vater der beiden sass vorübergehend in Haft.

Die drei sollen 2001 bis 2003 für Abdul Qader (Qadeer) Khan, den «Vater der pakistanischen Atombombe», gearbeitet haben, der ein geheimes Atomwaffenprogramm für Libyen durchführte.

Der Bundesrat hatte im vergangenen November beschlossen, zahlreiche Akten der mutmasslichen Atomschmuggler vernichten zu lassen. Vor einer Woche rechtfertigte Bundespräsident Pascal Couchepin die Aktion mit dem Risiko, dass das gefährliche Material in falsche Hände geraten könnte. (sda)

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