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Satirische Einlage«Gebt das Geld und wir lassen die Kinder gehen»

Aufregung in Washington D.C.: Kongressabgeordnete haben eine Schulklasse als Geisel genommen. Sie forderten 12 Billionen Lösegeld. Doch das war alles erstunken und erlogen.

von
kub
Alles erfunden im Twittereintrag der Onion: 12 Kinder von bewaffneten Abgeordeneten als Geiseln genommen. Zeugen berichten von Schreien und Schüssen.

Alles erfunden im Twittereintrag der Onion: 12 Kinder von bewaffneten Abgeordeneten als Geiseln genommen. Zeugen berichten von Schreien und Schüssen.

Das Chaos soll perfekt gewesen sein: Ein schwer bewaffneter Sprecher des Repräsentantenhauses John Boehner, schreiende Kinder, maskierte Geiselnehmer, ein verzweifelter Obama. Doch die filmreife Szene, die für Minuten die ganze USA schockte, war nur ein Produkt eines kreativen, witzigen Redaktors des Satiremagazins «The Onion». Die Polizei in Washington hat denn auch ganz schnell dementiert, wonach Kongressabgeordnete eine Gruppe von Schulkindern als Geiseln genommen hätten. Es sei alles erstunken und erlogen.

In dem Bericht des Satiremagazins und begleitenden Beiträgen auf Twitter hiess es am Donnerstag, bewaffnete Kongressmitglieder drohten mit der Tötung der Schüler, sollten sie nicht zwölf Billionen Dollar in bar erhalten. Dazu wurde ein gefälschtes Foto des Sprechers des Repräsentantenhauses, John Boehner, gezeigt, der einem Kind eine Waffe an den Kopf hielt. Berichtet wurde, dass der Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, eine Waffe abgefeuert habe und eine schwarze Strumpfhose über dem Kopf trage. «Gebt uns das Geld und wir lassen die Kinder gehen, ganz einfach», soll Boehner gesagt haben. «Wenn ihr nicht kooperiert und versucht, Zeit zu schinden, dann erschiessen wir jede Stunde ein Kind. Mit der kleinen Dillon hier würden wir beginnen. Tick Tock!» Dann sei er im Gebäude verschwunden, wie «The Onion» schreibt. Schreie und Schüsse seien im Kongress zu hören, berichteten angeblich Zeugen.

«Ein schlechter Witz»

Weiter sei der Präsident persönlich, Barack Obama, mit der Freilassung der Geiseln betraut gewesen. Den Kopf in seinen Händen, murmelte er resigniert: «Man kommt nicht an die Leute ran. Ich kenne Boehner persönlich und ich weiss, dass er und seine Kollegen keine Sekunde zögern werden, die Kinder abzuknallen. Glaubt mir, dieser Kongress wird dies machen.»

Eine Polizeisprecherin sagte, die Berichte seien falsch, die Lage auf dem Capitol sei normal. Sprecher John Boehner kommentierte die satirische Einlage nicht.

Zahlreiche Blogger in den USA empörten sich über den schlechten Witz. Das sei überhaupt nicht lustig. Auch bekennende Fans des Satiremagazins meinten, man sei zu weit gegangen.

Video: Bericht über die erfundene Geiselnahme (YouTube) (kub/dapd)

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