Babyboom in Bern - Geburtenrate rast «steil nach oben» – jetzt kommen die Lockdown-Babys
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Babyboom in BernGeburtenrate rast «steil nach oben» – jetzt kommen die Lockdown-Babys

Sowohl in Berner Spitälern als auch in Geburtenhäusern stieg die Geburtenrate 2021 teilweise stark an. Auch die Nachfrage nach Schwangerschaftstests hat zugenommen.

von
Lara Hofer
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In diversen Spitälern und Geburtshäusern im Kanton Bern ist die Geburtenrate im Jahr 2021 angestiegen.

In diversen Spitälern und Geburtshäusern im Kanton Bern ist die Geburtenrate im Jahr 2021 angestiegen.

20min/Celia Nogler
Damit stellt Bern eine Ausnahme dar: National betrachtet ging die Anzahl an Geburten während der Pandemie zurück.

Damit stellt Bern eine Ausnahme dar: National betrachtet ging die Anzahl an Geburten während der Pandemie zurück.

20min/Celia Nogler
Im Berner Inselspital stieg die Anzahl der Geburten von 447 im ersten Quartal des Jahres 2020 auf 522 im ersten Quartal des Jahres 2021 an.

Im Berner Inselspital stieg die Anzahl der Geburten von 447 im ersten Quartal des Jahres 2020 auf 522 im ersten Quartal des Jahres 2021 an.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Einige Berner Geburtenhäuser und Spitäler stellen eine rasant ansteigende Geburtenrate fest.

  • Exakt neun Monate nach dem Lockdown kam es vermehrt zu Entbindungen, berichtet etwa das Inselspital Bern.

  • Der Apotheken-Grossist Galenica spricht zudem von einer «markanten Erhöhung der Nachfrage nach Schwangerschaftstests».

  • Die Institutionen relativieren diese neusten Entdeckungen jedoch vorerst. Es sei noch zu früh, um Schlüsse zu ziehen.

Die Anzahl der Geburten in der Schweiz ging von 86’200 im Jahr 2019 zurück auf 85’500 Geburten im Jahr 2020. Entgegen der Erwartungen gab es während der Coronazeit also weniger Geburten als sonst. Der Kanton Bern scheint jedoch eine Ausnahme darzustellen: In vielen Berner Spitälern und Geburtenhäuser stieg die Geburtenrate im Jahr 2021 an, schreibt der «Bund».

Diese Tendenz stelle auch das Berner Inselspital fest: 522 Geburten sind auf die ersten drei Monate dieses Jahres gefallen – im Vorjahr waren es lediglich 447 gewesen. «Nicht beweisend, aber sehr suggestiv können wir von einem Lockdown-Babyboom sprechen», sagt Chefarzt Daniel Surbek gegenüber der Zeitung. Die Entbindungen hätten «wie erwartet» genau neun Monate nach Beginn der Krise stattgefunden.

Auch in Geburtshäusern zeigt die Kurve «steil nach oben»

Auch andere Spitäler stellen solche Tendenzen fest: Das Salem-Spital in der Stadt Bern berichte von einem «erfreulichen Anstieg» bei den Geburten. Auch das Spital Thun verzeichne in diesem Frühjahr eine leicht erhöhte Geburtenzahl. Zudem beobachten auch Geburtshelfer und Geburtshelferinnen ausserhalb des Spitals einen solchen Anstieg: Im Geburtshaus Luna in Ostermundigen zeige die Kurve der Anmeldungen 2021 «steil nach oben», sagt Geschäftsführerin Susanne Clauss. Auch die Präsidentin des Schweizerischen Hebammenverbands Sektion Bern, Verena Piguet, konstatiert einen Anstieg der Hausgeburten – auf das Jahr 2021 hochgerechnet sogar um 30 Prozent.

Nachfrage nach Schwangerschaftstests steigt

Dafür, dass das Jahr 2021 im Kanton Bern ein geburtenreiches wird, sprechen auch die Absatzzahlen der Schwangerschaftstests. Der Apotheken-Grossist Galenica spricht von einer «markanten Erhöhung der Nachfrage». Die Verkaufszahl der Tests habe sich 2021 verdoppelt, im Onlinesegment sogar verdreifacht. Resultiert aus der erzwungenen Corona-Ruhe des letzten Jahres also tatsächlich eine Babywelle?

Die Spitäler werten die neusten Entdeckungen mit Vorsicht aus. Im Salem-Spital habe es bereits im Jahr 2020 einen leichten Geburtenanstieg gegeben. Das Thuner Spital betont zudem, dass es sich auch um eine natürliche Schwankung handeln könnte. Auch die Geburtshäuser relativieren die ansteigende Kurve: Das Bedürfnis nach Sicherheit und Selbstbestimmung bei Entbindungen habe tendenziell auch schon vor der Krise zugenommen. Die Pandemie komme nun als verstärkender Faktor hinzu.

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