Grosse Solidarität mit «Luna» – Geburtshaus vor dem Aus – Tausende unterzeichnen Petition zur Rettung
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Grosse Solidarität mit «Luna»Geburtshaus vor dem Aus – Tausende unterzeichnen Petition zur Rettung

Wegen eines fehlenden Vertrags will der Kanton Bern das Geburtshaus Luna schliessen. Eine Petition will dies verhindern. Die Solidarität ist gross.

von
Raphael Casablanca
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Die grosse Solidarität aus der Bevölkerung rührt Susanne Clauss, Geschäftsführerin des Geburtshauses Luna.

Die grosse Solidarität aus der Bevölkerung rührt Susanne Clauss, Geschäftsführerin des Geburtshauses Luna.

rc
Dass das Gesundheitsamt dem Geburtshaus die Betriebsbewilligung entziehen will, kann sie nicht nachvollziehen

Dass das Gesundheitsamt dem Geburtshaus die Betriebsbewilligung entziehen will, kann sie nicht nachvollziehen

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Gegen den Entzug der Betriebsbewilligung hat Clauss Beschwerde eingereicht.

Gegen den Entzug der Betriebsbewilligung hat Clauss Beschwerde eingereicht.

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Darum gehts

  • Dem Geburtshaus Luna in Ostermundigen wurde wegen einem fehlenden Vertrag die Betriebsbewilligung entzogen.

  • Die Auflagen seien nicht zu erfüllen, sagt die Geschäftsführerin.

  • Die Grünen des Kantons Bern haben eine Petition lanciert, um das Geburtshaus zu retten.

Das Geburtshaus Luna in Ostermundigen steht kurz vor dem Aus. Grund für die vom Kanton angeordnete Schliessung ist ein Konflikt mit dem Berner Gesundheitsamt. Die Problematik: Das Geburtshaus kann nicht gewährleisten, dass eine Ärztin oder ein Arzt innert maximal 15 Minuten vor Ort ist. Dies ist Teil des vorgegebenen Notfallplans und muss vertraglich geregelt sein. Dagegen regt sich nun Widerstand. Die Grünen des Kantons Bern haben kurzerhand eine Petition lanciert, welche das Geburtshaus retten soll. Innert weniger Stunden haben diese rund 5000 Personen unterschrieben (Stand: 6. Januar, 16 Uhr).

«Wir haben die Petition am Mittwochabend online gestellt. Dass eine Petition in so kurzer Zeit von so vielen Personen unterschrieben wurde, habe ich noch nie erlebt», sagt die Berner Grossrätin Natalie Imboden (Grüne). Dies zeige, wie verankert das Geburtshaus Luna in der Gesellschaft sei. «Es wäre dramatisch, eines der letzten Geburtshäuser im Kanton zu verlieren», so Imboden. Deshalb plant die Grossrätin nun eine Motion einzureichen, welche die geltende Verordnung ändert. «Es ist klar, dass es einen Notfallplan geben muss. Die 15-Minuten-Regelung ist jedoch absurd und muss gestrichen werden», sagt sie.

Geburtshaus freut sich über grosse Solidarität

Die grosse Solidarität in der Bevölkerung rührt die Geschäftsführerin des Geburtshauses Luna: «Das freut uns natürlich sehr. Es ist ein Lichtblick für uns in dieser schwierigen und wirren Situation», sagt Susanne Clauss. Dass das Gesundheitsamt dem Geburtshaus die Betriebsbewilligung entziehen will, kann sie nicht nachvollziehen: «Solche Androhungen, ohne mit uns an einem Tisch zu sitzen oder das Gespräch zu suchen, sind für mich unerklärlich.»

Bislang hatte das Geburtshaus Luna eine Kooperation mit der Sanitätspolizei Bern. Diese hat den gemeinsamen Vertrag jedoch auf Ende 2021 gekündigt. Gemäss der Sanitätspolizei Bern haben «die Übereinstimmung der medizinischen Werte, eine ausreichende Vertrauensbasis und eine funktionierende Kommunikation» gefehlt, berichtet die «Berner Zeitung».

Hoffnung stirbt zuletzt

Einen ähnlichen Vertrag mit einer anderen Organisation aufsetzen zu können, sei laut Susanne Clauss unwahrscheinlich: «Man muss sich vorstellen, dass die Ärzte innert 15 Minuten bei uns sein müssen. Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr. Es ist nicht realistisch, ein solches Ärzte-Team im engeren Umkreis verpflichten zu können.» Clauss hofft auf eine rasche Lösung: «Wir hoffen, dass der Vorstoss der Grünen Klärung bringt. Der Rest liegt nicht mehr in unserer Macht.»

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