Zürcher Schulen: Geburtstags-Kuchen unerwünscht
Aktualisiert

Zürcher SchulenGeburtstags-Kuchen unerwünscht

Das Zürcher Schuldepartement sagt dem Geburtstagskuchen den Kampf an: Eine Broschüre soll den Eltern gesündere Rezepte für den Kindergeburtstag näherbringen.

von
Regina Ryser
In Schulen und Horten der Stadt Zürich wird gesund gegessen – auch am Geburtstag. (rry)

In Schulen und Horten der Stadt Zürich wird gesund gegessen – auch am Geburtstag. (rry)

20 bis 25 Würfelzucker nehme ein Kind an einem Geburtstagfest zu sich, so Marianne Honegger, Ernährungsberaterin beim schulärztlichen Dienst: «Das muss nicht sein – es geht doch auch mit weniger Zucker.» Deshalb erarbeitet Honegger derzeit zwei Broschüren zum Thema. Eine mit Vorschlägen für die Lehrer, wie man Rituale wie Geburtstage anders feiern könnte, und eine für Eltern mit gesunden Rezepten für den Kindergeburtstag. «Darin werden Ideen zu finden sein, was man statt eines Kuchens sonst noch machen könnte – beispielsweise Brötchen oder Sandwiches.» Roger Tognella, FDP-Fraktionspräsident im Zürcher Gemeinderat, ist empört über die «Abschaffung des Geburtstagskuchens» durch die Stadt. Das Wiegenfest zu feiern, habe in den Schulen Tradition: «Und dazu gehört auch der Kuchen», so Tognella, «Äpfel mit Kerzen passen einfach nicht.»

Auch Rolf Wolfensberger, Präsident der Vereinigung der Elternorganisationen des Kantons Zürich, ist skeptisch. Rituale seien für Kinder sehr wichtig – dazu gehöre auch der Geburtstagskuchen: «Solche schöne Bräuche sollte man pflegen und sie nicht zerstören. Zudem gibt es ja nicht täglich Kuchen.»

Positive Bilanz zu Essensrichtlinien

Die seit März 2009 geltenden Ernährungsrichtlinien an Stadtzürcher Horten und Schulen stossen laut dem Schuldepartement auf Zustimmung: 94 Prozent des Hortpersonals akzeptieren die neuen Essensrichtlinien, wie aus einer Befragung hervorgeht. Die Richtlinien sehen vor, dass nur noch gesunde Lebensmittel in Schule und Hort aufgetischt werden. Die Kids hätten die Änderungen gut akzeptiert. 20 Prozent der Kinder – vor allem Ober­stu­fenschüler – reagierten darauf jedoch mit Protesten.

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