Meggen - Geburtstagsparty in Hotel endet mit Feuerwehreinsatz wegen «Tortenfontänen»

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MeggenGeburtstagsparty in Hotel endet mit Feuerwehreinsatz wegen «Tortenfontänen»

Im Hotel Balm in Meggen hat ein Ehepaar einen 50. Geburtstag gefeiert. Mit einer Torte mit Wunderkerzen. Der Abend endete aber nicht so, wie erhofft.

von
Martin Messmer
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Mit dieser Torte feierte ein Ehepaar im Hotel Balm in Meggen Geburtstag. Die Wunderkerzen allerdings lösten Feueralarm aus.

Mit dieser Torte feierte ein Ehepaar im Hotel Balm in Meggen Geburtstag. Die Wunderkerzen allerdings lösten Feueralarm aus.

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Die Feuewehr kam mit vier Einsatzfahrzeugen und zehn Personen auf den Platz. Löschen mussten sie im Hotelzimmer aber nichts.

Die Feuewehr kam mit vier Einsatzfahrzeugen und zehn Personen auf den Platz. Löschen mussten sie im Hotelzimmer aber nichts.

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Die Gemeinde Meggen stellte den Eheleuten diese Rechnung für den Einsatz der Feuerwehr. Später hat die Gemeinde entschieden, aus Kulanzgründen den Betrag von 2280 auf 800 Franken zu reduzieren.

Die Gemeinde Meggen stellte den Eheleuten diese Rechnung für den Einsatz der Feuerwehr. Später hat die Gemeinde entschieden, aus Kulanzgründen den Betrag von 2280 auf 800 Franken zu reduzieren.

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Darum gehts

  • Am 3. Mai feierte ein Ehepaar im Hotel Balm in Meggen LU Geburtstag.

  • Dabei haben die Eheleute Wunderkerzen auf einer Torte angezündet.

  • Die Kerzen haben via Rauchmelder Feuerwehralarm ausgelöst.

  • Die Feuerwehr kam mit vier Einsatzfahrzeugen und zehn Personen auf den Platz. Löschen mussten sie nichts.

  • Die Gemeinde Meggen stellte dem Paar erst 2280 Franken in Rechnung für den Feuerwehreinsatz, später wurde der Betrag aus Kulanzgründen auf 800 Franken reduziert.

Diesen 50. Geburtstag hat sich ein Ehepaar* anders vorgestellt: Am 3. Mai buchte es ein Zimmer im Hotel Balm in Meggen, um dort zu feiern. Extra hatte es dazu einen Kuchen mitgebracht, mit Wunderkerzen drauf. «Diese haben nur eine halbe Minute gebrannt. Doch das reichte, um Feueralarm auszulösen», sagt der Ehemann. Obwohl es nicht brannte, sei die Feuerwehr kurz danach vor Ort gewesen und hätte gefragt, was los sei. Der Mann sagt: «Wir haben auch schon mit solchen Kerzen in anderen Hotelzimmern Geburtstag gefeiert, nie ist sowas passiert. Das ist doch unmöglich, dass dieser Rauchmelder so empfindlich eingestellt ist.» Der Mann verweist darauf, dass die Raumhöhe im alten Gebäude des Hotels sehr tief sei, und dass er vermute, der Rauchmelder reagiere deshalb so empfindlich.

«Für uns ist das viel Geld»

Jedenfalls hat das Ehepaar nachher eine Rechnung der Gemeinde Meggen für den Feuerwehreinsatz erhalten. Kostenpunkt: 2280 Franken. «Für uns ist das viel Geld», sagt der Mann. Das Paar sei deswegen beim Feuerwehrkommandanten gewesen, mit der Bitte, doch Kulanz walten zu lassen. «Er sagte uns, er könne uns nicht weiterhelfen und verwies uns an die Gemeinde», sagt der Ehemann.

«Rauchmelder war bestimmt nicht zu empfindlich eingestellt»

Alois Kreienbühl, stellvertretender Feuerwehrinspektor, bestätigt den Einsatz auf Anfrage. «Auslöser war ein Rauchmelder. Diese sind bestimmt nicht zu empfindlich eingestellt. Wunderkerzen erzeugen recht viel Rauch», sagt er. Würde ein Feuerwerk gezündet, auch Wunderkerzen, müsse der Anlagebetreiber der Brandmeldeanlage, in diesem Fall die Verantwortlichen im Hotel Balm, informiert werden, damit die Rauchmelder kurzfristig ausgeschaltet werden können, sagt Kreienbühl weiter. «Wird dies nicht gemacht, übermittelt der Melder einen Alarm an die Luzerner Polizei. Diese alarmiert umgehend die zuständige Feuerwehr.»

Gemäss den gesetzlichen Vorgaben müssten dann mindestens acht Eingeteilte der Feuerwehr mit einem Tanklöschfahrzeug vor Ort sein. «Aufgrund des Fehlverhaltens wird der Einsatz der Feuerwehr Meggen in Rechnung gestellt. Dafür ist die Gemeinde Meggen zuständig», sagt der Feuerwehrinspektor abschliessend.

Feuerwehr kam mit zehn Personen vor Ort

Die zuständige Gemeinderätin Karin Flück Felder sagte auf Anfrage von 20 Minuten: «Durch das vorsätzliche Fehlverhalten des Gastes mit dem Abbrennen von Tortenfontänen im Hotelzimmer wurde die Feuerwehr Meggen alarmiert und es kam zu einem Feuerwehreinsatz mit zehn Personen und vier Fahrzeugen vor Ort. Weitere Personen standen im Magazin auf Abruf bereit. Wir bedauern es sehr, dass das Hotel Balm durch dieses Fehlverhalten Unannehmlichkeiten hatte und unsere Feuerwehrleute in der Nacht vergebens ausrücken mussten.»

Gemeinde reduziert Betrag von 2280 auf 800 Franken

Dennoch zeigt sich die Gemeinde Meggen kulant: «Wir haben den Fall besprochen. Grundsätzlich gilt, dass bei einem Fehlverhalten dem Verursacher die Kosten für den Feuerwehreinsatz in Rechnung gestellt werden. Der Gemeinderat Meggen hat aber beschlossen, dass wir dem Gast eine neue Rechnung über 800 Franken ausstellen werden.» Sie hoffe jedoch «sehr, dass sich dieser Gast in Zukunft vor allem an sicherheitsrelevante Verhaltensregeln hält und nicht die Allgemeinheit für sein uneinsichtiges Verhalten zahlen lässt.»

«Für die Gäste tut es uns leid»

Der Direktor des Hotels Balm verweist darauf, dass in seinem Hause bisher noch nie Gäste belangt worden seien wegen eines Feueralarms. Weiter sagt Beat Stofer: «Wir haben nach Prüfung des Zimmers unverzüglich den Alarm annulliert. Die Feuerwehr war jedoch zu diesem Zeitpunkt bereits am Eintreffen.» Er verweist darauf, dass sein ganzes Haus über eine vollüberwachte Brandanlage verfügt. Diese sei eine zertifizierte und geforderte Anlage. Dass die Geburtstagsparty ein solches Ende nahm, ist dem Hoteldirektor natürlich nicht recht: «Für die Gäste tut es uns leid, dass sie belangt wurden. Unser Ziel ist es, jedem Gast einen schönen Aufenthalt zu bieten.» Es liege jedoch nicht in seiner Hand, über die Höhe oder Berechtigung der Feuerwehrrechnung zu entscheiden.

Immerhin ist diese jetzt deutlich tiefer ausgefallen für das Paar. «Schön, dass uns die Gemeinde den Betrag auf 800 Franken reduziert hat. Aber das ist immer noch viel Geld für uns», sagte die Frau.

*Namen der Redaktion bekannt

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