Gedächtnis-Gen entdeckt
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Gedächtnis-Gen entdeckt

Die Forscher der Universität Zürich erhoffen sich mit ihrer Entdeckung neue Einblicke in die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses.

Die Fähigkeit, sich an zurückliegende Ereignisse oder an Lerninhalte zu erinnern, ist bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt. Aus Zwillingsuntersuchungen geht hervor, dass die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses etwa zur Hälfte vererbt ist. Welche Gene dabei eine Rolle spielen, ist allerdings noch weitgehend unbekannt. Ein Forscherteam um Dominique de Quervain und Andreas Papassotiropoulos von der Abteilung für Psychiatrische Forschung der Universtität Zürich hat nun ein Gedächtnis-Gen entdeckt. Sie konnten aufzeigen, dass das so genannte Serotonin 2a-Rezeptor-Gen eng mit der Gedächtnisfähigkeit zusammenhängt. Dieses Gen kommt beim gesunden Menschen in den beiden Varianten 452-His und 452-Tyr vor. Die Forscher haben nachgewiesen, dass Träger der 452-Tyr-Variante im Vergleich zu den Trägern der 452-His-Variante verminderte Gedächtnisleistungen haben. Gemäss den Forschern reguliert der Serotonin 2a-Rezeptor die Wirkung des Botenstoffs Serotonin. Die Resultate der im November auch in der Zeitschrift «Nature Neuroscience» publizierten Studie zeigen nun, dass genetische Varianten dieses Rezeptors das Erinnerungsvermögen der Menschen beeinflussen können. Diese Erkenntnis gewährt laut den Forschern neue Einblicke in die Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses. Ziel der Forscher ist es nun, möglichst viele in der Natur vorkommende genetische Varianten zu identifizieren, die die Gedächtnisleistungen massgeblich beeinflussen. Die Wissenschafter erhoffen sich durch die Entdeckung der Gene zum Verständnis der Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisses beizutragen, um dadurch neue Wege zur Behandlung von Gedächtnis-Störungen zu ermöglichen. (dapd)

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