Weiterhin Wachstumsrückgang: Gedämpftes Licht am Ende des Tunnels

Aktualisiert

Weiterhin WachstumsrückgangGedämpftes Licht am Ende des Tunnels

Die Schweizer Wirtschaft steckt weiterhin im Konjunkturtunnel fest. Besserung wird laut KOF erst 2010 erwartet. Aber auch dann ist die Rezession noch nicht vorbei.

von
zac

Die jüngsten Konjunkturumfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) hat ergeben, dass sich die Schweizer Wirtschaft im zweiten Quartal leicht erholt hat. Das Land steckt jedoch weiterhin in einer Rezession und dies auch noch nächstes Jahr. KOF-Chefökonom Jan-Egbert Sturm erklärt, dass das Jahr 2010 aber deutlich besser ausfallen werde als das laufende. Die Umfrage unter 11 000 Unternehmen aus Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungssektor hat ergeben, dass nicht die Kreditklemme den Firmen zuschaffen macht, sondern die ungenügende Nachfrage.

So sind für nur 10 Prozent der Unternehmen finanzielle Restriktionen für eine verminderte Produktion verantwortlich. Fast 60 Prozent gaben dagegen an, dass der ausschlaggebende Faktor die ungenügende Nachfrage sei. Überraschend ist laut Studienleiter Richard Etter, dass die überwiegend exportorientierten Industriebetriebe nicht mehr mit Auftragsrückgängen rechnen. Bei eher auf den Binnenmarkt ausgerichteten Firmen bleibt gemäss Umfrage der Bestellungseingang weiterhin rückläufig. Bei der Geschäftslage werde weiterhin eine Verschlechterung befürchtet und mit weiteren Entlassungen gerechnet. Anders als in den Jahren 2006 bis 2008 belasten unzureichende Produktionskapazitäten und Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zurzeit kaum ein Unternehmen.

Aufgrund der Umfrageresultate geht das KOF davon aus, dass das Bruttoinlandprodukt im zweiten Quartal deutlich gesunken ist. Es müsse auch in der zweiten Jahreshälfte mit einer negativen Wachstumsrate gerechnet werden, welche jedoch nicht so stark ausfallen sollte wie noch im ersten und zweiten Quartal.

Der Umfrage zufolge befürchtet insbesondre das Baugewerbe einen massiven Auftragsrückgang. Besonders gross sind diesbezüglich die Bedenken im Ausbaugewerbe. Bereits jetzt sei das Ausbaugewerbe deutlich stärker vom Auftragsrückgang betroffen, als das Bauhauptgewerbe. Der Finanzsektor erwartet ebenfalls einen Nachfragerückgang. Bei der Geschäftsentwicklung wird aber erwartet, dass sie auf dem jetzigen Niveau verharren. Mit dieser Aussicht zeigt sich der Sektor wieder optimistischer als noch vor wenigen Monaten.. Trotzdem setzt sich der Personalabbau bei Banken unvermindert fort.

Auch im Detailhandel gehen immer mehr Unternehmen davon aus, dass der Personalbestand zu hoch sei. Jedoch sei noch für immer 80 Prozent der Befragten der Bestand ausreichend. Für das zweite Halbjahr erwartet der Detailhandel wie auch das Gastgewerbe einen deutlichen Umsatzrückgang.

(zac/dapd)

Deine Meinung