Gefährdet Omikron nun auch die Ski-Weltcup-Rennen in St. Moritz?
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Omikron gefährdet Ski-Weltcup«Absage würde für Verunsicherung sorgen» – St. Moritz kämpft um Weltcup

Die neue Mutation des Coronavirus sorgt auch bei den Veranstaltern der alpinen Ski-Rennen für Alarmstimmung. Wegen der Omikron-Variante drohen nun die Super-Gs der Frauen in St. Moritz auszufallen.

von
Florian Gnägi

Lara Gut-Behramis Fahrt im Riesenslalom in Kilington.

SRF

Darum gehts

  • Die neue Virusvariante Omikron sorgt auch im Ski-Zirkus für Alarmstufe Rot.

  • Den Frauenrennen in St. Moritz kommende Woche droht nun die Absage.

  • Swiss-Ski wird am Dienstag mit den Veranstaltern das weitere Vorgehen besprechen.

Wegen starken Schneefällen mussten am letzten Wochenende im Ski-Zirkus in Lake Louise und Killington bereits drei Rennen abgesagt werden, nun droht weiteren Rennen das Aus. Dieses Mal aber nicht wegen schlechten Witterungsbedingungen, sondern wegen der neuen Virusvariante Omikron.

Seit Montag befindet sich Kanada wegen Omikron auf der Quarantäneliste des BAG, was besonders für die Frauen im Ski-Weltcup problematisch ist. Am kommenden Wochenende gastieren Lara Gut-Behrami & Co. zum Speedauftakt in Lake Louise. Bereits am 11. und 12. Dezember stehen dann in St. Moritz zwei Super-Gs an, doch wie soll eine Teilnahme der Athletinnen möglich sein, ohne vorher in Quarantäne zu müssen?

St. Moritzer OK prüft Ausnahmebewilligung für die Einreise

Auf Anfrage von 20 Minuten lassen die St. Moritzer Organisatoren am Dienstagnachmittag keinen Zweifel daran offen, dass sie um ihre Rennen kämpfen und sie lassen verlauten: «Das OK des Ski Weltcup St. Moritz setzt alles daran, die beiden Super-Gs der Damen durchführen zu können». Die Veranstalter melden, man sei in engem Kontakt mit den kantonalen Behörden, Swiss-Ski sowie Swiss Olympic und prüfe die Möglichkeiten für die Durchführung der Rennen.

Geprüft werde dabei, ob dem Ski-Tross eine Ausnahmebewilligung für die Einreise in die Schweiz gewährt werde. Ferner stehe neben der bereits jetzt vorgesehenen Maskenpflicht in Innenräumen auch eine generelle Maskenpflicht, verschärfte Abstandsregeln sowie eine 2G-Regelung zur Diskussion.

Rennabsage aus touristischer Sicht «sehr schmerzhaft»

Falls eine Durchführung der Rennen nicht möglich sein sollte, wollen die St. Moritzer Organisatoren eine Verschiebung der beiden Super-Gs auf einen späteren Zeitpunkt mit dem internationalen Skiverband (FIS) prüfen. Eine komplette Absage der Rennen sei für St. Moritz vor allem aus touristischer Sicht «sehr schmerzhaft» und würde kurz vor der Eröffnung der Wintersaison für «grosse Verunsicherung unter den Gästen» führen. Aus finanzieller Sicht biete immerhin der «Schutzschirm» von Bund und Kanton im Rahmen des Covid-19-Gesetzes eine gewisse Absicherung.

Vom Bundesamt für Sport meinte Direktor Matthias Remund am Montagnachmittag: «Aktuell gibt es keine Ausnahmen für den Sport, was Einreise und Quarantäne betrifft.» Sonderregelungen soll das BAG gemäss eines Artikels des «Tages-Anzeigers» zurzeit nur Diplomaten gewähren. Und auch am Dienstagnachmittag machten die Aussagen des BAG auf der Bundesratspressekonferenz keine grossen Hoffnungen.

Die Verordnung sehe keine spezifischen Ausnahmen für Sport- oder Kulturanlässe vor, meinte Michael Gerber vom BAG. Es sei aber möglich, dass der zuständige Kantonsarzt für bestimmte Anlässe Ausnahmen aussprechen kann. Bleibt damit abzuwarten, ob im Falle von St. Moritz der Bündner Kantonsarzt grünes Licht für die Rennen gibt.

Auch bei den Männern war Omikron Gesprächsthema

Die Männer standen letztes Wochenende bereits in Lake Louise im Einsatz. Auch hier dominierte die neue Virusvariante die Gesprächsthemen. Zuerst hiess es, dass die Weiterreise des Ski-Tross nach Beaver Creek (USA) gefährdet sei, weil zehn Personen positiv getestet worden seien. Nachkontrollen ergaben jedoch, dass bloss ein Test positiv ausfiel.

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BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

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Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

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