Aktualisiert 06.02.2008 14:21

Gefährliche Medikamente illegal eingeführt

Ein 58-jähriger Mann aus dem Thuner Westamt muss sich seit heute vor Gericht verantworten, weil er Arzneimittel und Medizinalprodukte ohne Bewilligung in die Schweiz eingeführt und vertrieben haben soll. Er gab auch an, die Medikamente könnten Krebs und Rheuma heilen.

Seine Produkte verkaufte er unter anderem an Vorträgen und Beratungsanlässen, die er regelmässig anbietet. Es sei ihm erst bei der Hausdurchsuchung durch die Heilmittelkontrollstelle Swissmedic im Jahr 2006 klar geworden, dass er mit den Produkten nicht hätte handeln dürfen, gab der Angeschuldigte zu Protokoll.

Laut Überweisungsbeschluss des Untersuchungsrichters führte der Mann nicht zugelassene Produkte ein. Auch die nötige Bewilligung für den Import und Grosshandel hatte er nicht.

Zwei Präparate, die unter den Namen Yohimbé und Germanium vertrieben wurden, sind laut Überweisungsbeschluss gesundheitsgefährdend. An der Hauptverhandlung kamen am Mittwochmorgen zunächst eine ganze Reihe von Zeugen zu Wort, darunter eine Mitarbeiterin und diverse Kunden.

Heilung versprochen

Einer der Zeugen schilderte, er habe einen alternativen Weg gesucht, um seine Krankheiten zu bekämpfen. Der Angeschuldigte sei ihm empfohlen worden. Dieser habe eben «sehr gut reden können» und habe vertrauenswürdig gewirkt. An seinen Vorträgen habe er Heilung versprochen, etwa bei Rheuma, Krebs oder anderen Krankheiten. Genützt hätten die Produkte aber nichts.

Andere Zeugen zeigten sich überzeugt von der Wirkung. Sie hätten die Produkte jeweils telefonisch bestellt oder direkt beim Angeschuldigten in Forst-Längenbühl geholt. Auch an Vortragsveranstaltungen seien Produkte gekauft worden.

Der Angeschuldigte selber gab zu Protokoll, fast hundert Prozent der Produkte aus den USA bezogen zu haben. Am Nachmittag stehen die Plädoyers und die Urteilsverkündung auf dem Programm.

(sda)

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