China: «Gefährliche und unprofessionelle Aktion»
Aktualisiert

China«Gefährliche und unprofessionelle Aktion»

Gemäss dem US-Verteidigungsministerum haben chinesische Kampfflugzeuge ein US-Flugzeug abgefangen – und behielten dabei bloss 180 Meter Distanz. Ärger gibts auch auf dem Meer.

von
foa
Spannungen in der Luft und auf dem Wasser: Die USA sind verärgert über die Luftabfang-Aktion der Chinesen. Die wiederum fühlen sich durch das US-Schiff «Dewey» proviziert, das im Südchinesischen Meer chinesisches Territorium passierte. (25. Mai 2017)

Spannungen in der Luft und auf dem Wasser: Die USA sind verärgert über die Luftabfang-Aktion der Chinesen. Die wiederum fühlen sich durch das US-Schiff «Dewey» proviziert, das im Südchinesischen Meer chinesisches Territorium passierte. (25. Mai 2017)

Keystone/EPA/US NAVY

Zwei chinesische Kampfflugzeuge haben nach US-Angaben ein Aufklärungsflugzeug der US-Marine abgefangen. Der Zwischenfall habe sich am Mittwoch über dem Südchinesischen Meer im internationalen Luftraum ereignet, erklärte am Freitag das US-Verteidigungsministerium. Die Aktion sei gefährlich und unprofessionell gewesen. Eines der chinesischen Kampfflugzeuge habe sich der US-Maschine bis auf 180 Meter genähert, sagten Insider der Nachrichtenagentur Reuters.

Am selben Tag hatte erstmals seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ein US-Kriegsschiff eine von China beanspruchte künstliche Insel im Südchinesischen Meer passiert. Informationen aus US-Regierungskreisen zufolge näherte sich das US-Schiff «Dewey» bis auf zwölf nautische Meilen der Insel.

Protest Chinas

China protestierte am Donnerstag dagegen. Es sei dem Frieden und der Stabilität in der Region nicht förderlich, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Peking. Ein Sprecher des Aussenministeriums forderte die USA auf, von solchen Aktionen abzusehen, da sie Zwischenfälle auf See und in der Luft auslösen könnten.

China beansprucht etwa 90 Prozent des Südchinesischen Meeres. Aber auch Brunei, Malaysia, die Philippinen, Vietnam und Taiwan stellen dort Gebietsansprüche. Damit ist die Region ein potenzieller Krisenherd. Jährlich passieren Schiffe mit Waren im Wert von fünf Billionen Dollar die Seewege. Zudem werden unter dem Meer Bodenschätze vermutet.

Patrouillen von US-Marineschiffen

Die USA kritisieren die Führung in Peking wegen des Ausbaus der Korallenbänke schon länger und lassen immer wieder Marineschiffe in der Region patrouillieren. Auch unter Trumps Vorgänger Barack Obama gab es solche Einsätze.

Es war die erste derartige Patrouillenfahrt der USA seit Oktober. Sie dürfte die jüngste Entspannung in den beiderseitigen Beziehungen nach dem Besuch von Präsident Xi Jinping in den USA gefährden.

Trump hatte zuletzt Chinas Bemühungen im Konflikt über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm gewürdigt. Der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums sagte, das US-Schiff sei von zwei Kriegsschiffen zum Abdrehen aufgefordert worden. China habe Protest bei den USA eingelegt. Nach dem Völkerrecht umfassen die Territorialgewässer einen Bereich von zwölf Seemeilen von der Küste. (foa/sda)

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